HSV Trias auf dem Weg zum Ironman Lanzarote


Wer sind wir: Thomas, Arne und Stephan mehr erfahrt ihr auf der Seite Über uns!

 

Unser Ziel: Den Ironman Lanzarote 2015 zu finishen!

 

Mehr von uns, über uns und wie es dazu kommen konnte, erfahrt ihr ab jetzt immer aktuell auf dieser Seite. Unser Ziel ist es uns mit dieser Seite selbst zu motivieren :) und gleichzeitig möchten wir allen Interessierten die Gelegenheit geben, uns auf dem Weg zum Ironman Lanzarote 2015 zu begleiten. 

 

Ob wir es schaffen und wie wir es schaffen werden wir in genau einem Jahr wissen. In diesem Sinne wünschen wir allen viel Spaß beim lesen.

 

Eure Hamminkelner Trias!?


Ironman Lanzarote 2017?

IronmanLanzarote 2017?

Hallo Leute!:)

Nach einem turbulenten Triathlon Jahr 2016 mit bitteren Niederlagen (Hünsborn unter Krämpfen 200m hinter Frank nach einer fulminanten Aufholjagd auf dem MTB; Dorsten 150m hinter Simon im Sprint; Wiesbaden 300m hinter Jürgen, nachdem ich ihn beim Laufen schon eingeholt hatte) aber auch tollen Siegen (1. AK Bocholt,  Steinfurt, Dorsten jeweils im Sprint, sowie für meine Verhältnisse hervorragende Ergebnisse bei den Halbdistanzen auf Mallorca und in Wiesbaden) hatte ich mir für dieses Jahr rein gar nichts vorgenommen. Komplett nach dem Motto:"Schauen wir mal!"

Arne und Marc haben sich unterdessen für Lanzarote angemeldet. Pe und ich haben kurzerhand unseren Urlaub dahin gelegt, um stressfrei dem Spektakel aus der Besucherperspektive beizuwohnen. Die Welt war soweit in Ordnung. 

Nach einer sehr langen Trainingspause von Wiesbaden bis November, habe ich angefangen, mal wieder so ein bisschen Moutain zu biken. Ganz harmlos. Nicht viel. Eher wenig. Also ganz wenig. Von Training, Leistung und erst recht Wettkampf meilenweit entfernt.

Eines Tages, Ende
Februar! nach den ersten zaghaften CTF's durfte ich Marc zu einer seiner Ironmanlanzarotetrainingsausfahrten begleiten. Es ging mit dem MTB nach Bottrop auf die Halde. Grundlagen. Hat ganz gut geklappt, obwohl ich leistungsmässig doch deutlich hinterherhinkte. (Als ich endlich oben auf der Halde ankam, war Marc bereits völlig eingefroren:)
Aber egal ich hatte ja nichts vor. Diese Tour war natürlich mal wieder hochkommunikativ! Unter anderem -wen wundert es- das Thema Ironman Lanzarote. Ein paar Tipps vom erfahrenen Haudegen an den Rookie. Gönnerhaft, ja fast schon väterlich wurden dem Newcomer Tipps aus der tiefen Geheimnisschatulle des erfahrenen Wettkämpfers offenbart . "Beim Schwimmen an der Wendemarke links bleiben, wegen der Strömung; beim Radfahren so oft wie möglich auf der weißen Linie bleiben; beim Laufen Socken tragen gegen den Sand und und und..."

Und? Irgendwie schlich sich so langsam dieses Gefühl ein! Das Gefühl, dass man als Besucher zwar erahnt, aber nur als Teilnehmer erlebt! Was ist, wenn am Wettkampftag beste Verhältnisse herrschen. Wenig Wind, Sonne aber nicht zu warm. Das Gefühl vom Schwimmen im Atlantik war da, das Radfahren in den Lavafeldern. "Ich will auch!!!" Völlige Utopie! Ende Februar mit dem Trainingsdefizit. Bei der Vorbereitung auf einen Ironman gibt es keine Abkürzung! Oder doch? 

Auch die Kohle für einen Ironman Start ist ja bekanntlich nicht von Pappe, aber Pe -die beste Ehefrau von allen- hat gesagt, dass sie kurzerhand auf den Erwerb diverser Schuhe und Handtaschen verzichtet, um mir den Start zu ermöglichen:)

Zu diesem Zeitpunkt hatte ich erst ein paar Hundert km gefahren und war vielleicht ein mal die Woche joggen. Ich überlegte mir folgenden Plan: Wenn ich es schaffe, im Training an drei Tagen am Wochenende 4km zu schwimmen, 150km Radzufahren und 30 km zu laufen, dann hätte ich eine Chance im Wettkampf die volle Distanz zu schaffen! Unter der Woche wollte ich dann wenig bis gar nichts machen, um mich zu erholen. Aber erstens ist das trotzdem noch ein sehr langer Weg und zweitens ein Weg auf Messers Schneide! 

Eine kurze Mail an den Veranstalter - bis Ende April ist die Anmeldung offen, ein kurzer Checkup beim Hausarzt - alles Roger, ein kurzer Anruf beim Radprofi - schon ist die Standardkurbel auf dem SpeedConcept gegen die Kompakte vom Madone ausgetauscht. Denn diesmal geht es mit dem Zeitrad nach Lanzarote. Hatte ich für's Training sowieso vor.

4Swim/100Bike/28Run habe ich jetzt schon an einem Wochenende geschafft. Läuft ganz gut.

Und jetzt am Wochenende mit Montag Abend sogar 2Swim/110+155Bike/28Run.
Denke, ich bin auf Kurs. Es ist aber ein wackeliges Gebilde und ich glaube, ohne die Grundlagen aus den Vorjahren wäre es überhaupt nicht möglich. Es ist auch wirklich nicht schlimm, wenn ich beim Laufen dann aussteigen muss. Blöd zwar, aber ich kalkuliere es mit ein. Ich bin selbst ganz locker, völlig gespannt wie das ausgeht:)

Melde mich..., bis dann!

Thomas 

Und immer wieder Baldeney

Es war sportlich gesehen ein gemischtes Jahr, aber der Marathon um den Baldeneysee in Essen muss schon sein. Hier habe ich mein Marathon-Debüt gefeiert, damals zusammen mit Günther Johannes. Da war schon ein klar, hier laufe ich nochmal. Und nochmal, und nochmal... Dann war's 2014 schon das zwölfte Mal, zusammen mit Thomas Aus dem Spring. Hier wurde die Idee geboren, Ironman auf Lanzarote. 

Und wieder einmal unglaubliches Wetter, wie immer zum RWE-Marathon. Alles schon Routine. Parken in der Freiherr-vom-Stein-Strasse, direkt am Start, Unterlagen in der Turnhalle abholen und dann warten bis um 10, bis zum Start. Nochmal am Ufer entlang laufen, der See ist noch leer, der Frühnebel hängt noch drauf. 

Dann füllt sich das Startfeld, kein Vergleich mit anderen Marathons, Berlin, New York, Bangkok. Nein, der RWE-Marathon ist klein, die Strecke nicht sonderlich abgesperrt und doch, er hat was, er ist mir immer noch der liebste.

10:00, pünktlicher Startschuss, gut 2000 Läufer gehen auf die Strecke. Kurzer Strassenabschnitt, dann geht's auf die Uferstrecke, der Weg, auf dem sich sonst Spaziergänger, Inliner, Biker, etc. einfinden. Heute auch, der Weg ist breit genug. Du löst dich irgendwann von den Ballongruppen und findest deinen Rhythmus. Zuschauer klatschen und auf dem Weg nach Heisingen sind wie jedes Jahr die Combo-Gruppen und geben musikalisch richtig Gas. Den Ausleger der ersten Runde zurück, geht's wieder ans Ufer und weiter am See entlang. Und dann kommt das Panorama schlecht hin. Es ist 12 Uhr, die Sonne scheint und der See ist voller Segelboote, Segelschule oder einfach nur welche, die gemütlich vor sich hin schippern.

Vorbei an der Regatta-Stelle und das Ganze nochmal. Mittlerweile hat sich eine junge Athletin drangehängt, gleiches Tempo, gar nicht schlecht. Auf einmal geht's wieder an der Uferstrecke zurück zur Regatta. Immer wieder ein schöner Streckenabschnitt, die letzten 800m, enger Spalier, die Zuschauer sind gut drauf. Wieder ein Marathon mehr auf der Liste.

Auf jeden Fall nächstes Jahr wieder.

0 Kommentare

Triathlon am laufenden Band - Borken muss sein

Es muss nicht immer eine Langdistanz sein. Nach dem Pech am Mirador del Rio geht auch mal eine Kurzdistanz. Und da ist Borken immer eine Reise wert. Mitten in der Natur im Münsterland liegt der Pröbstingsee, ein kleiner Badesee, der Ende August den Triathleten gehört. Seit 30 Jahren lädt Mecki Greven dazu ein, zu einem kleinen Triathlon, der über die Grenzen hinaus schon Tradition hat. Der Hamminkelner SV ist gut vertreten, auch ich bin immer gern dabei.

Auch hier heißt es früh anmelden. Ankunft auf dem Parkplatz, perfekte Wetterlage, Startunterlagen gibt's auf der großen Wiese, Rad einchecken und dann sich den geeigneten Platz suchen. Klar, die Räder des HSV stehen nebeneinander.

Hier musst Du schon organisiert sein, machst alles selbst. Dann kurzes Briefing, Startschuss und ab geht's auf die 2x300m schwimmen, sozusagen kraulen auf engstem Raum. Raus aus dem Wasser, Wechsel auf's Rad und ab durch die Lande. Kleiner feiner Rundkurs über 32km. Ja, sind alles etwas krumme Zahlen, aber wenn juckt's. Keine große Marke dahinter, ganz entspannt und familiär, Trainingseinheit mit Wettkampfcharakter, oder umgekehrt.

Zurück zur Wiese, Laufschuhe an und dann die 7,5km in zwei Runden abreissen. Der ein oder andere Sprint, fertig ist die Kurzdistanz. Im Ziel noch handgelesene Elektronik, macht einfach Spass. Aber dann die großen Gespräche, wann und an welcher Stelle und warum diesmal nicht so gut oder gerade ideal. Jeder findet für sich den richtigen Grund, warum das Rennen heute so oder so ausgegangen ist. Siegerehrung mit Pokal, Urkunde und Geschenken. Dann geht's wieder heim.

Klein aber fein, hoffentlich noch ein paar Jahre.

0 Kommentare

Petrus war nicht gut drauf

So schönes Wetter wir beim Ironman 70.3 in Wiesbaden hatten, so schlecht war es in Weilburg. Weit ist Weilburg von mir nicht entfernt, da hab ich gedacht, den nimmst Du noch mit, den Weilburgman. Nur olympische Distanz, das reicht. Morgens beim Aufstehen war schon klar, heute wird das nix mit Sonne. Die Sachen ins Auto und ab nach Weilburg, schön gelegen im Lahntal. Der check-in neben einem großen Parkplatz, geht schnell.

Gleich die erste Information, kein Neo, die Lahn hat 24°C. Das war vorstellbar, trotz Regen war die Luft kaum abgekühlt. Nach kurzer Wettkampfbesprechung ging‘s im Rolling-Start in die Lahn, einer der Flüsse, die fast keine Strömung haben. An den Bojen entlang 1500m mit einer Wende. Dann raus aus dem Wasser, Wechsel und rauf auf‘s Rad.

Mittlerweile hat es sich richtig eingeregnet. Die Strecke ist landschaftlich schön, der Asphalt ist gewöhnungsbedürftig. Zwei Runden sind zu fahren, eine ordentlich Steigung mitten drin, dann sind 50km absolviert. Du kommst durch Orten, die du noch nie gehört hast und wo das Ortseingangsschild und -ausgangsschild eins ist, naja, fast. Noch 5km bis zur Wechselzone. Ausgeschildert ist jetzt nichts mehr, hoffentlich bin ich hier richtig. Vor mir keiner, hinter mir keiner. es fühlt sich an, als hätte ich mich verfahren. Dann endlich, 200m vor der Wechselzone der entsprechende Hinweis. Bike abstellen, Laufschuhe an.

10km Laufen durch den Wald an der Lahn entlang, sehr schön. Ein Wendepunkt und dann Richtung Weilburg. Wir wurden vorgewarnt, vor den letzten 600m, die gehen knackig hoch. Der Empfang war gar nicht schlecht, für das Wetter. Kleine Verpflegung und endlich aus den nassen Klamotten raus. Zurück zum Auto, Sachen wieder einpacken, Heimreise. Kann ein schöner Triathlon sein, wenn‘s Wetter stimmt.

Bericht von Arne.


1 Kommentare

Triathlon macht Freunde - Der Ironman 70.3 in Wiesbaden

Geschafft! Erfolgreich im Ziel
Geschafft! Erfolgreich im Ziel

Es war ein tolles Wochenende. Die letzte Wäsche von Sylt ist gelaufen, alles aufgeräumt, Kühlschrank aufgefüllt. HSV-ler sind im Anflug. Thomas hat den Virus auch in sich, der Ironman 70.3 in Wiesbaden steht auf dem Programm, und Petra ist mit dabei. Für kurz vor 11Uhr haben sich beide angekündigt und sind pünktlich wie die Maurer. Erstmal entspannt bei mir was trinken, dann geht‘s Richtung Kurhaus, Startunterlagen abholen. Ein wenig schlendern wir noch über die „Messe“, muss schon sein.

Nebenbei laufen die letzten Vorbereitungen für den großen Tag morgen, die letzten Absperrungen werden aufgebaut, der Zielteppich ausgelegt und festgenagelt.Ein wenig steigt die Anspannung, da hilft ein Stadtbummel. Das Wetter dafür ist perfekt, nicht zu warm und im Augenblick sind Sommerferien, dann ist es auch nicht so voll. Wir genießen selbst gemachte Limonade auf einem Balkon und sehen dem Treiben in der Fussgänger zu. Petra bleibt in der Stadt, während Thomas und ich uns zur Wettkampfbesprechung aufmachen. Die ist wie immer im Friedrich-Thiersch-Saal im Kurhaus, das ist mal ein Ambiente. Die 60 Minuten bringen nicht so viel Neuigkeiten. Schwimmen im Rauenheimer See, diesmal ein Rolling Start, dann auf‘s Rad durch den Taunus. 

Es geht mehr hoch als runter, aber wir sind die Strecke schon abgefahren. Zum Schluss das Laufen im Kurpark. Neue DTU-Regeln und sonstiges. Danach fahren wir nach Raunheim zum Bike-Check-In. Wie immer, gut organisiert. Helm dabei, Startnummer vorzeigen und zack ist das Bike an seinem Platz. Wir beide haben Glück, liegen nicht soweit auseinander. Dann nochmal einen Blick auf den See, wo ist der Start, wo kommen wir raus. Durch‘s Wechselzelt, den blauen Teppich ablaufen bis zur Mount-Line, alles fast schon Routine. Und über uns, alle zwei Minuten setzt ein Flieger zur Landung an, Frankfurt eben. Dann zurück nach Wiesbaden. Wir sammeln Pe vom shoppen ein und organisieren unsere eigene Pasta-Party. In der Altstadt ist fast jeder Platz besetzt, kein Wunder bei dem Wetter. Wird es morgen wieder so warm wie beim Ironman Frankfurt?

Am nächsten Tag reißt uns der Wecker zeitig aus den Träumen. Kurzer Blick auf's Wetter, es ist etwas kühler geworden, aber noch warm genug. Kleines Frühstück und dann mit dem Auto in die Stadt. Hier starten die Shuttle-Busse Richtung Raunheim. Petra muss etwas warten, erst dürfen nur die Athleten mit.

In Raunheim dann letzter Check, alles am Mann bzw. am Bike? Dann geht‘s Richtung Wassereinstieg, Petra ist mittlerweile da, letzte gute Wünsche, dann sind wir auf uns gestellt. Der Rolling-Start mag eine gute Idee sein, aber es dauert, bis man im Wasser ist, vielleicht ist es nur ungewohnt gegenüber dem Age-Grouper-Start, aber zum sortieren im Wasser nicht schlecht. Nach 1,4km ein kleiner Landgang, dann noch 500m, Wechselzone und ab auf‘s Bike. Auch bei meiner achten Teilnahme hier habe ich immer noch Respekt vor der Strecke. Erst ein flaches Stück, dann der Anstieg in Wicker. Danach werden Wiesbadens Vororte abgegrast, Wiesbaden kommt immer näher, aber damit auch der lange Anstieg der „Platte“. Kurz davor eine kleine Bergwertung, spar ich mir, ich bin kein Sprinter. 40km sind schon absolviert, dann liegt sie vor uns, die Platte. Schon so oft gefahren und doch immer wieder froh, wenn‘s geschafft ist. Jetzt die Runde um Idstein, dann die Platte wieder runter. Das ist für Thomas genau das Richtige, beim Training waren‘s noch 87km/h, jetzt sind schon 89km/h, mir reichen da 65km/h.

Schneller Wechsel in die Laufschuhe, dann geht‘s die vier Runden durch den Kurpark. Es läuft erstaunlich gut, aber ich bin auch nicht wirklich schnell. Dafür in Runde zwei Gespräch mit einem Athleten aus Dorsten, scheint ihm zu helfen und in Runde vier zieh ich noch einen Italiener mit, macht auch Laune. Thomas ist dieses Jahr einfach gut drauf, nach 5h43min40sec ist er im Ziel. Alle Achtung. Ich genieße etwas länger, 07h02min17sec stehen zum Schluss auf dem Display. Wir wollten es, wir konnten, wir haben es gemacht. Ironman macht Spass, mit so einem Freund wie Thomas noch mehr.

Zu Hause noch kurzes Ausruhen, dann machen sich Thomas und Pe wieder auf den Weg. Schade, schon wieder vorbei das Wochenende. In meinem Kopf hab ich schon die Olympische Distanz in Weilburg, in sieben Tagen. So ist das mit den Triathlon-Viren. Kannste nix machen.

Bericht und Bilder von Arne.


Insel geht - Insel muss

Sylt - einfach schön!
Sylt - einfach schön!

Trainingslager ist was Feines, das haben Lanzarote und Goch gezeigt. Vor dem Ironman 70.3 in Wiesbaden mach‘ ich mir noch mein eigenes Trainingslager. Dafür geht‘s auf „die Insel“. 10 Tage Sylt. Ja ja, ich weiß, zu der mondänen Gesellschaft, zur Schickimicki der Nordsee. Aber wer mal da, der weiß, dass das der kleinste Teil ist.

Also, wieder Sachen gepackt, in den ICE nach Düsseldorf und ab in den Flieger. Mal ohne eigenes Fahrrad. Eine Stunde Flug bei gutem Wetter, mit einer schönen Propeller-Maschine, schön, dass AirBerlin das auch hat. Dann nach Wenningstedt, Klamotten in die Wohnung und erstmal Fahrrad ausleihen. Schönes Fitness-Bike. Dann nach Westerland. Ich liebe Milchreis mit Zimt und Zucker und heute ist ja noch Trainingsfrei. In der Sonne sitzen und den Plan für die nächsten Tage ausarbeiten. 

In Erinnerung an Lanzarote geht‘s morgens um 7 Uhr zum Schwimmen, in der Nordsee. Das Wasser liegt ungewöhnlich ruhig und ist schön zum schwimmen. Die ein oder andere Qualle gesellt sich bei Ostwind dazu. Danach Frühstück, selbst gemacht auf der Terrasse. Da kommt Lanzarote wieder in den Kopf, nee, für Spiegelei hab ich keine Muße. Dann ein wenig am Schreibtisch sitzen, ein bisschen Schreibkram. Dann geht‘s auf‘s Rad. Von Wenningstedt nach List, mitten durch die Heide, mal keine Lavafelder. Von List dann zum berühmten Ellenbogen, das zieht sich und der Wind ist nicht gerade schwach. Kurze Pause am nördlichsten Punkt Deutschlands, den man mit dem Bike erreichen kann. Dann zurück bis Rantum, Kleinigkeit essen und nach Wenningstedt. 75km stehen zum Schluss auf dem Tacho. Der Wind hat nachgelassen und die Sonne scheint, also noch ein bisschen im Strandkorb liegen. Abends geht‘s dann zu Gosch. Hier ist immer die Hölle los. Aber das Essen ist lecker, Thainudeln mit Garnelen.

Dann kommen Tage mit Laufeinheiten. Die Landschaft ist dafür perfekt, der Wind etwas steif und zwischendurch meldet sich die ein oder andere Wolke, vorbei am Leuchtturm von Kampen. Aber auch die andere Richtung am Watt entlang Richtung Keitum und dann über Westerland zurück. Die Möglichkeiten sind fast unbegrenzt. In Keitum sind gerade die German Open im Polo und wer manch einer läßt in den Pausen seinem Lamborghini oder anderen Boliden freien Lauf, man gönnt sich ja sonst nix. Nachmittags belohne ich mich dann in der Kupferkanne mit Kaffee, dazu selbst gemachten Nusskuchen und den Blick auf‘s Watt. Abends kommt dann auf der Westseite Kitsch pur, gegen halb zehn versinkt die Sonne im Meer. Wer braucht dann schon Capri?

Bei der zweiten Radrunde geht‘s wieder bis List, dann ganz in den Süden nach Hörnum. Hier ist die Welt anders, keine Porsche, kein besonderer Schmuck. Auf dem Rückweg mache ich Halt in der Sansibar. Einmal Herbert Seckler besuchen muss schon sein, immer wieder nett und lecker, der Rest ist wie Kino. Mit dem Rad geht‘s dann zurück. Die Tage vergehen wie im Flug, hier lagen Training und Erholung eng nebeneinander. Die Dash-8 von AirBerlin bringt mich sicher nach Düsseldorf zurück, dann in den ICE und zack bin ich wieder zu Hause.

Ich freu mich schon auf morgen, dann kommen Thomas und Pe adS, der Ironman 70.3 ist nur noch 48 Stunden entfernt.

Bericht und Bilder von Arne.


Neue Helden im HSV - Wir waren dabei

am Kranzplatz in Wiesbaden
am Kranzplatz in Wiesbaden

Keine Frage, es ist ein gewisser Stolz, der aufkommt, wenn du der erste im Verein bist, der einen Ironman absolviert hat. Mal von der Tatsache abgesehen, überhaupt solch eine Leistung zu absolvieren. Aber machen wir uns nix vor, irgendwann rücken andere nach. Und darüber freu ich mich immer wieder. Und auch wenn das Starterfeld 2000 oder fast 3000 Teilnehmer zählt, es ist und bleibt eine Ausnahme.

Sechs Wochen sind seit Lanzarote vergangen und die nächsten Termine stehen schon. Aber jetzt sind erstmal andere dran. Frankfurt, seit 2002 wird hier der Ironman ausgetragen und schon lange hat er den Status einer der beliebtesten Ironman überhaupt zu sein. Auf der gesamten Distanz drängen sich die Zuschauer, um die Profis zu bestaunen, um mit ihren persönlichen Helden mitzufiebern, die Daumen zu drücken oder einfach, um sich von dem Spirit mitreissen zu lassen. Von uns gehen Kirsten de Baey und Christian Thünen an den Start. Da liegt es nahe, dass andere HSVler ins Rhein-Main-Gebiet kommen. Thomas und Tobias machen sich Samstag früh auf den Weg nach Wiesbaden. Seit einigen Tagen ist es amtlich, das Wochenende wird heiß, Temperaturen um die 40°C werden angekündigt.

Kirsten bei Ihrer ersten Runde
Kirsten bei Ihrer ersten Runde

Sechs Wochen sind seit Lanzarote vergangen und die nächsten Termine stehen schon. Aber jetzt sind erstmal andere dran. Frankfurt, seit 2002 wird hier der Ironman ausgetragen und schon lange hat er den Status einer der beliebtesten Ironman überhaupt zu sein. Auf der gesamten Distanz drängen sich die Zuschauer, um die Profis zu bestaunen, um mit ihren persönlichen Helden mitzufiebern, die Daumen zu drücken oder einfach, um sich von dem Spirit mitreissen zu lassen. Von uns gehen Kirsten de Baey und Christian Thünen an den Start. Da liegt es nahe, dass andere HSVler ins Rhein-Main-Gebiet kommen. Thomas und Tobias machen sich Samstag früh auf den Weg nach Wiesbaden. Seit einigen Tagen ist es amtlich, das Wochenende wird heiß, Temperaturen um die 40°C werden angekündigt.


Aber geplant, ist geplant, wir drei fahren erstmal die Radstrecke vom Ironman 70.3-Wiesbaden ab, denn das ist für Thomas und mich das nächste größere Rennen. Klamotten aus dem Auto, Räder startklar, einen kleinen Kaffee und los geht’s. Wir steigen bei Kilometer 25 ein, ist organisatorisch einfacher. Dafür geht’s gleich bergauf, 14% Steigung, dann schön durch den Wald, vorbei an der schönen griechischen Kapelle, die eigentlich russisch-orthodox ist, vorbei am Nordfriedhof und dann die Platte hoch. Wenn man weiß, was einen erwartet, hat das Vorteile. Die liegen diesmal auf meiner Seite, auf Lanzarote war das Thomas Strecke. Die Platte ist absolviert, kurze Entspannung nach Taunusstein runter und dann geht’s um Idstein rum. Alles in der Mittagssonne, und auch wenn ein bisschen Luft geht, die Sonne hat’s in sich. Und weil das so ist, hängen unsere Gedanken schon beim großen Tag in Frankfurt.

Die ein oder andere Steigung, dann wieder die Platte rauf und dann runter nach Wiesbaden. Thomas bringt hier 87km/h auf den Tacho. Wahnsinn! Wir fahren original bis zur Staatskanzlei und dann ab nach Hause. Mittlerweile ist das Thermometer so angestiegen, dass die Schwimmbäder überfüllt sind und wir auch nicht so recht Lust haben, sich irgendwo hinzubewegen. Abends gibt’s italienische Kohlenhydrate, kurze Besprechung zum morgigen Ablauf und dann ab in die Koje.

und Christian ist auch da
und Christian ist auch da

Am Sonntag gönnen wir uns Frühstücken auf dem Balkon, den Schwimmstart am Langener Waldsee lassen wir aus. Mit dem Auto geht’s zum Frankfurter Hauptbahnhof, dann mit dem Zug weiter nach Bald Vilbel, zum Heartbreak Hill. Noch ist kaum ein Zuschauer da, die Radstrecke ist noch völlig unberührt. Wir warten. Um 9:30 biegt das erste Motorrad um die Ecke und mit ihm der erste Radfahrer, Jan Frodeno. Das sieht ganz locker aus, wenn er den Hügel hochfährt. Erst 5 Minuten später dann Sebastian Kienle. Und unsere beiden? Dauert noch etwas. Langsam füllt es sich mit Zuschauer, der Spalier für die Radfahrer wird immer enger. Dann, um kurz vor elf kommt Kirsten. Sieht sehr gut aus, hat ein Lächeln auf dem Gesicht. Kurz dahinter dann Christian, auch er ist guter Dinge.

Das geht alles sehr schnell. Wir wollen nochmal auf die Profis warten, in der Zwischenzeit gönnen wir uns ein Würstchen vom Grill. Unsere mitgebrachten Wasserflaschen werden zügig leerer. Kaum sind Frodeno und Kienle vorbei, machen wir uns auf den Rückweg nach Frankfurt.


Von der Haltestelle Hauptwache sind es dann nur ein paar Schritte bis zum Römerberg, an diesem Tag der Berg schlechthin. Wir wechseln gleich auf die andere Mainseite, das Sachsenhäuser Ufer. Jan Frodeno ist schon auf der Laufstrecke, man hat der einen Schritt drauf. Und dann heißt es wieder warten, die Stimmung aufnehmen oder einfach genießen. Wir genießen alkoholfreies Hefe. Kurz vor halb drei kommt Kirsten das erste Mal vorbei, hochkonzentriert, eindeutig auf Zielkurs, keine Spur von Schwäche. Zehn Minuten später dann Christian. Sehen beide gut aus. Sie zeigen Konstanz, Runde um Runde. Nach 3,5 Runden machen wir uns auf den Weg Richtung Römerberg. Dort treffen wir Kirstens Eltern, später auch Thünens. Was eine Aufregung, aber das kann ich verstehen. Der Zielbereich füllt sich, alle sind am Jubeln und zollen den Respekt dieser Leistung für jeden. Egal, ob er nach 07h49min oder nach 15h im Ziel ist. Für mich ist es eine neue Erfahrung, mal auf der anderen Seite der Absperrung zu stehen. Mal zu spüren, wie sich die Angehörigen, Partner, Freunde und sonstigen Zuschauer fühlen. Du siehst in die Gesichter, siehst die Freude, die Sorgen, alles, was dir als Athlet gar nicht auffällt.

Nach 10h43min ist es dann soweit, Kirsten erreicht den roten Teppich. Und ich darf mitfühlen, was sich bei ihr tut. Ein tolles Gefühl. Und dann das Ergebnis, alle Achtung. Später stellt sich heraus, 3. Platz in der Altersklasse. Eine gute halbe Stunde später biegt Christian um die Ecke, 11h25min. Der Wahnsinn. Der Hamminkelner SV hat zwei neue Helden und wir waren dabei. Wir sind stolz.

Bericht und Bilder von Arne.


Lanzarote Fotogalerie ist Online 

Kurz vor dem Start!
Kurz vor dem Start!

Hallo an Leser und Interessierten!

 

Wie ihr gesehen habt, hat sich die Webseite etwas verändert :). Hierzu gibt es in Kürze weitere Informationen.

 

Bis dahin könnt ihr euch schon mal die Bilder von Lanzarote anschauen. Die Bilder gibt es unter dem Punkt Fotogalerie.

 

Viel Spaß dabei...

Arne, Thomas und Stephan


"Quod erat demonstrandum" oder "Die Fliege im Gesicht" (eine Nachbetrachtung von Thomas)

Tolle Sache, so ein Projekt, so eine Mission. Super intensives Erlebnis, nicht nur der Wettkampf selbst, sondern auch die ganze Vorbereitung, die ganzen Gedanken, Pläne, Gespräche und Erlebnisse. Prädikat besonders empfehlenswert!

Drei unterschiedliche Charaktere, ein Ziel. Nehmen wir mal an, es krabbelt einem eine Fliege durch's Gesicht. Stephan würde die Möglichkeiten abwägen, sich für den effizientesten Weg entscheiden und diese Fliege einfach erschlagen. Also übertragen jetzt. Kein Spielraum, kein Risiko. Ziel erreicht! 

Ich würde mit der Fliege anfangen zu diskutieren, sie versuchen zu überzeugen, dass es andere Möglichkeiten gibt, mit denen wir beide besser leben könnten. Wenn sie sich nicht darauf einließe, würde ich sie dann aber doch -recht energisch- vertreiben. Restrisiko: sie kommt zurück. 

Arne hingegen würde die Fliege einfach gewähren lassen, würde sie wohl Stunden lang auf seinem Gesicht hin- und herkrabbeln lassen. Er würde sie erdulden, ertragen und damit leben.

Übertragen auf unsere Herangehensweise auf den Ironman Lanzarote bedeutet das: Stephan hat sich effektiv und zielgerichtet vorbereitet. Er hat möglichst viele Parameter abgegriffen, um möglichst jedes Risiko auszuschließen. Ist dabei systhematisch und  klug vorgegangen. Hat sich der Unterstützung von Trainer, Plänen und modernsten Möglichkeiten und Gerätschaften bedient. Er hat das Ergebnis regelrecht "produziert". Er wußte sogar, wann er was essen mußte und wahrscheinlich auch wann wo pinkeln. Chapeau an ihn und seinen Trainer.

Bei mir war das alles recht planlos. Ich hab mir nur ein Buch gekauft (Going Long; Friel, Byrn) als groben Leitfaden. Den Rest habe ich nach Lust und Laune und nach Gefühl gemacht. Habe dabei meine Möglichkeiten versucht einzuschätzen und auf meine Fähigkeiten vertraut. Diese Vorgehensweise birgt einige Risiken und das Ergebnis ist in Anbetracht des Aufwandes nicht optimal. Aber es hat auch funktioniert.

Bei Arne ist es noch anders. Er macht immer ein sehr großes Pensum und hat sehr viel Erfahrung. Er kann sehr hohe Belastungen einfach ertragen und Zeiten und Geschwindigkeiten sind ihm völlig egal. Bemerkenswert, noch 4 Wochen vorher einen Marathon zu laufen. Er hat einfach nur Pech gehabt, daß er im Cutoff gelandet ist. Er hätte den Ironman Lanzarote auch 2 Mal abgespult. Hätte es einfach ausgehalten.

Letztendlich sind wir alle Hobbysportler und jeder muss auf seine ganz persönliche Art im Umgang mit unserer faszinierenden und abwechslungsreichen Sportart glücklich werden. Wir haben unendlich viele Möglichkeiten und das ist gut so!

Danke nochmal an Alle, die uns bei diesem Projekt unterstützt haben, die mitgefiebert und die gratuliert haben. Das bedeutet uns sehr viel. Und Danke an Alle, die diesen wundervollen Sport immer wieder durch ihr Zutun mit neuem abwechslungsreichen Leben füllen!!!

PS: Den Bericht "Über den richtigen Umgang mit Triathleten in freier Wildbahn unter dem Aspekt der einseitigen Rücksichtnahme" wird es nie geben, da einseitige Rücksichtnahme meines Erachtens nicht funktioniert!:)

Bis demnächst beim Training, Thomas


Wir waren dabei!

HART, HÄRTER, LANZAROTE: DER IRONMAN 2015

Keine Radzeit unter fünf Stunden. Nur knapp 1.500 von 1.800 angetretenen Triathleten im Ziel. Der Ironman Lanzarote 2015 wird den Mythos vom schwersten Ironman der Welt einmal mehr untermauern. Gegen so viel Wind wie seit Jahren nicht mehr, mussten sich die Teilnehmer diesmal stemmen (Quelle: tri2b.com - Redaktion am 24.05.2015 - 13:34 Uhr).

Startnummer
Startnummer

Es ist soweit, meine innere Uhr weckt mich pünktlich 2 Minuten bevor der Wecker klingelt. Im Gegensatz zu Frankfurt habe ich diese Nacht gut geschlafen. Gestern habe ich mit Sven noch kurz die Rennstrategie und die Ernährung durchgesprochen. Denk dran Stephan:"Keine Experimente, immer schön langsam die Berge rauf und runter locker laufen lassen. Gegen den Wind mit etwas Druck bei HF 125 - 130 fahren." An dieser Stelle möchte ich mich auch direkt bei Dir bedanken Sven, du bist der beste Trainer den ich mir wünschen kann. Die Pläne und die Chemie passen einfach. Nach dem gemeinsamen Frühstück gehen wir zusammen los und der Wahnsinn kann beginnen.

 

In der Wechselzone verläuft alles nach Plan und ich bin auch nur ganz leicht nervös. Wir stellen uns deutlich hinter dem 75 Minuten Schild auf, aber hinter uns ist die Schlange auch noch sehr sehr lang und ich befürchte schon das schlimmste.

Das Schwimmen

Da war noch alles schön
Da war noch alles schön

Meine schlimmsten Befürchtungen werden noch übertroffen und ich sehne mich schon kurz nach dem Start, an den Langener Waldsee zurück. Es geht schon mit dem irren Typ am Start los. Wie ein ferngesteuerter Roboter boxt er alle zur Seite und stürzt sich ins Wasser. Ich möchte ihm zurufen: Du Vollpfosten stell dich doch direkt weiter vorne auf!


Um es kurz zu machen, ich kann keine 50 Meter frei schwimmen, nicht mein Tempo schwimmen und so kommt es wie es kommen muss. Kurz vor dem ersten Landgang bekomme ich meinen ersten Krampf im Oberschenkel. Auf der zweiten Runde ereilt mich dieses Schicksal noch zwei mal. Mittlerweile bin ich so genervt das ich an der nächsten Wendeboje jemanden anschreie. Alle schwimmen langsam Brust um eine Boje, nur ein Idiot versucht weiter mit Kraul über die anderen drüber zu schwimmen. Als der, der direkt vor ihm schwimmt sich umdreht und ihn ganz höflich fragt, ob er "a crazy boy" sei hebt der angesprochene den Kopf und ich sehe in ein irres Augenpaar. Ich bekomme Angst und bin so froh das kurz nach der Boje das Schwimmen zu Ende ist. 

Meinen Wechselbeutel habe ich, anders als in Frankfurt, sofort gefunden. Auch das Umziehen funktioniert ohne Probleme.

Das Radfahren

Ausblick vom Mirador del Rio
Ausblick vom Mirador del Rio

Trotz des katastrophalen Schwimmen fühle ich mich ganz gut. Ich habe richtig Bock auf Rad fahren, auf die Landschaft und die Aussicht am Mirador del Rio. In der Wechselzone treffe ich Thomas und freue mich das er das Schwimmen überlebt hat. Kurz nach dem Start hat er mich eingeholt, nach einem kurzen Plausch macht er sich auf den Weg nach vorne. Ich sehe noch wie er im Mountainbike Stil die Berge in ganz kleinen Gängen hochkurbelt. Das ist schon ein beeindruckendes Bild. Die meisten fahren wie ich eine etwas größere Übersetzung. Nun geht es darum seinen Tritt zu finden, was bei den Sturmböen gar nicht so einfach ist. Leider gab es in Puerto del Carmen kein Powerbar Isodrink zu kaufen. So musste ich auf eine andere Marke ausweichen. Nach ca. 40 Kilometern bekam ich dann ganz leichte Magenkrämpfe. Ich habe sofort aufgehört das Zeug zu trinken und bis zur nächsten Verpflegungsstation gewartet. Dort habe ich alle Flaschen entsorgt und gegen neue ausgetauscht und von da an lief es eigentlich super. Oben auf dem Mirador de Haria habe ich mal kurz auf die Uhr geschaut und mich erschrocken wie wenig Zeit noch bis zum cut off war. Ich finde bei den schweren Bedingungen die an diesem Tag geherrscht haben, hätte die Zeit etwas verlängert werden können, zumal die meisten dann den kompletten Radsplit noch geschafft hätten. Man muss wissen das bis zum Mirador es fast nur Gegenwind gegeben hat, selbst die Berge rauf gab es nur heftige Sturmböen von vorne. Es tut mir für Arne so leid das er eigentlich das einfachste Stück nicht mehr fahren durfte. Als Thomas mir auf der Laufstrecke gesagt hat, dass Arne raus ist und im Ziel steht, war die Stimmung schon ganz schön getrübt.

 

Bei dem letzten Anstieg zum Mirador del Rio kommt plötzlich Thomas von hinten angefahren. Ich war doch mehr als überrascht und hatte erst an eine Panne oder Sturz gedacht. Aber als er mir sagte,     dass er oben an der Verpflegung erst mal gemütlich Pause gemacht hat, war ich beruhigt. Kurz darauf war er wieder mit seiner kleinen Übersetzung den Berg rauf.  Auf und davon. An der schwarzen Wand (kurz vor dem Gipfel) mussten dann doch einige absteigen und schieben. Wenn man dann allerdings oben ist wird man für die ganzen Bemühungen entschädigt. Was für ein Ausblick, wahnsinnig schön. Von da an gab es dann fast nur noch Rückenwind und man konnte wieder etwas Zeit gut machen und den Schnitt etwas nach oben treiben.

 

Bis nach Nazareth, denn dann beginnt ein Streckenabschnitt der eines Ironman nicht würdig ist. Das sich mein Mietrad nicht komplett zerlegt hat, sondern mir nur die Kette abgesprungen ist hat mich schon überrascht. Aber dann steht man da, 150 km in den Beinen und wird langsam nervös das man die Kette nicht wieder drauf bekommt. Ein Teilnehmer nach dem anderen fährt vorbei während man kurz davor ist, das Rad in die Ecke zu schmeißen. Jedes einzelne Gesicht habe ich mir gemerkt, und mir geschworen, die überholst du noch alle bevor das Laufen anfängt. Als die Kette dann nach einer gefühlten Ewigkeit wieder drauf ist, gebe ich die letzten 30 Kilometer noch mal richtig Gas. Ich bin überrascht das es selbst nach 150 Km noch so gut läuft. Ach ja, ich glaube ich habe tatsächlich alle wieder überholt die an mir vorbei gefahren sind. 

Das Laufen

Das Support Team stärkt sich beim Frühstück mit Sekt.
Das Support Team stärkt sich beim Frühstück mit Sekt.

Kurz vor der Wechselzone sehe ich die Mädels stehen und mir zuwinken. Ich grinse und winke zurück.  Danke für den tollen Empfang und die Unterstützung. Als ich mein Rad dann abgebe, habe ich tatsächlich unter 8 Stunden gebraucht und das bei diesen Bedingungen. Sven hatte mir gesagt das unter normalen Bedingungen eine Zeit zwischen 07:40 und 07:50 drin sind. Nun sind es 07:50 bei schweren Bedingungen geworden und ich bin zufrieden. 


Nun aber rein ins Wechselzelt, sich nochmal richtig mit Sonnencreme einreiben lassen, Schuhe an, Cap auf und los geht es. In der ersten Runde, ca. 21 km läuft es richtig gut, ich kann mein Tempo von 06:20 - 06:30 trotz Trinkpausen halten. Kurz vor dem ersten Wendepunkt kommt mir Thomas entgegen und ich weiß, wir werden es schaffen, und wenn wir ins Ziel gehen. In der zweiten Runde habe ich einen kleinen Hänger und ich muss ein Stück gehen, schnell ein Gel und 3 Powerbar Weingummis eingeworfen, und an der nächsten Verpflegungsstelle auf Cola und Wasser umgestellt. Danach geht es wieder besser und ich bin froh das ich kurz vor jedem Wendepunkt Thomas treffe und wir uns abklatschen können. Das gibt mir die restliche Kraft um ins Ziel zu kommen. Leider habe ich mein Ziel unter 5 Stunden zu bleiben nicht ganz geschafft, aber man muss ja noch Ziele für den nächsten Ironman haben.

Im Ziel

Ironman Lanzarote 2015
Ironman Lanzarote 2015

Kurz vor dem Ziel empfängt mich Heike und wir laufen gemeinsam ins Ziel. Ein unvergesslicher Moment. Ich bin mal wieder an meine Grenzen gegangen und manchmal auch etwas darüber, aber trotzdem war es wieder ein toller Tag, eben ein ganz besonderer Tag.

 

Aber nicht nur der Ironman war besonders, sondern die ganze Zeit die wir zusammen auf der Insel verbracht haben war super schön und besonders. Ich möchte mich von ganzem Herzen bei Meggy, Petra, Arne und Thomas für diese tolle Woche bedanken, es hat super Spass gemacht und ich würde jederzeit wieder mit euch, egal wohin, verreisen. Nur eins werde ich nie wieder machen, nochmal beim Ironman in Lanzarote starten. Das war und bleibt einzigartig.

 

Zum Schluss möchte ich mich noch bei der besten Supporterin, Unterstützerin, Partnerin und Ehefrau bedanken. Danke das du mir die Freiheit gibts, meinen Sport so zu betreiben und mir solche Events damit ermöglichst.


Ganz liebe Grüße von Stephan

Von uns

Schönen Dank auch an alle die an uns gedacht haben, die Mails und Nachrichten  geschrieben haben und sogar angerufen haben. Vielen Dank für eure Unterstützung. Unsere Fotogalerie folgt in Kürze und in ca. 14 Tagen gibt es eine kurze Nachbetrachtung und ein Ausblick in die Zukunft. Lasst euch überraschen, vielleicht ist die Reise noch nicht zu Ende.

mehr lesen 1 Kommentare