HSV Trias auf dem Weg zum Ironman Lanzarote


Wer sind wir: Thomas, Arne und Stephan mehr erfahrt ihr auf der Seite Über uns!

 

Unser Ziel: Den Ironman Lanzarote 2015 zu finishen!

 

Mehr von uns, über uns und wie es dazu kommen konnte, erfahrt ihr ab jetzt immer aktuell auf dieser Seite. Unser Ziel ist es uns mit dieser Seite selbst zu motivieren :) und gleichzeitig möchten wir allen Interessierten die Gelegenheit geben, uns auf dem Weg zum Ironman Lanzarote 2015 zu begleiten. 

 

Ob wir es schaffen und wie wir es schaffen werden wir in genau einem Jahr wissen. In diesem Sinne wünschen wir allen viel Spaß beim lesen.

 

Eure Hamminkelner Trias!?


Und immer wieder Baldeney

Es war sportlich gesehen ein gemischtes Jahr, aber der Marathon um den Baldeneysee in Essen muss schon sein. Hier habe ich mein Marathon-Debüt gefeiert, damals zusammen mit Günther Johannes. Da war schon ein klar, hier laufe ich nochmal. Und nochmal, und nochmal... Dann war's 2014 schon das zwölfte Mal, zusammen mit Thomas Aus dem Spring. Hier wurde die Idee geboren, Ironman auf Lanzarote. 

Und wieder einmal unglaubliches Wetter, wie immer zum RWE-Marathon. Alles schon Routine. Parken in der Freiherr-vom-Stein-Strasse, direkt am Start, Unterlagen in der Turnhalle abholen und dann warten bis um 10, bis zum Start. Nochmal am Ufer entlang laufen, der See ist noch leer, der Frühnebel hängt noch drauf. 

Dann füllt sich das Startfeld, kein Vergleich mit anderen Marathons, Berlin, New York, Bangkok. Nein, der RWE-Marathon ist klein, die Strecke nicht sonderlich abgesperrt und doch, er hat was, er ist mir immer noch der liebste.

10:00, pünktlicher Startschuss, gut 2000 Läufer gehen auf die Strecke. Kurzer Strassenabschnitt, dann geht's auf die Uferstrecke, der Weg, auf dem sich sonst Spaziergänger, Inliner, Biker, etc. einfinden. Heute auch, der Weg ist breit genug. Du löst dich irgendwann von den Ballongruppen und findest deinen Rhythmus. Zuschauer klatschen und auf dem Weg nach Heisingen sind wie jedes Jahr die Combo-Gruppen und geben musikalisch richtig Gas. Den Ausleger der ersten Runde zurück, geht's wieder ans Ufer und weiter am See entlang. Und dann kommt das Panorama schlecht hin. Es ist 12 Uhr, die Sonne scheint und der See ist voller Segelboote, Segelschule oder einfach nur welche, die gemütlich vor sich hin schippern.

Vorbei an der Regatta-Stelle und das Ganze nochmal. Mittlerweile hat sich eine junge Athletin drangehängt, gleiches Tempo, gar nicht schlecht. Auf einmal geht's wieder an der Uferstrecke zurück zur Regatta. Immer wieder ein schöner Streckenabschnitt, die letzten 800m, enger Spalier, die Zuschauer sind gut drauf. Wieder ein Marathon mehr auf der Liste.

Auf jeden Fall nächstes Jahr wieder.

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Triathlon am laufenden Band - Borken muss sein

Es muss nicht immer eine Langdistanz sein. Nach dem Pech am Mirador del Rio geht auch mal eine Kurzdistanz. Und da ist Borken immer eine Reise wert. Mitten in der Natur im Münsterland liegt der Pröbstingsee, ein kleiner Badesee, der Ende August den Triathleten gehört. Seit 30 Jahren lädt Mecki Greven dazu ein, zu einem kleinen Triathlon, der über die Grenzen hinaus schon Tradition hat. Der Hamminkelner SV ist gut vertreten, auch ich bin immer gern dabei.

Auch hier heißt es früh anmelden. Ankunft auf dem Parkplatz, perfekte Wetterlage, Startunterlagen gibt's auf der großen Wiese, Rad einchecken und dann sich den geeigneten Platz suchen. Klar, die Räder des HSV stehen nebeneinander.

Hier musst Du schon organisiert sein, machst alles selbst. Dann kurzes Briefing, Startschuss und ab geht's auf die 2x300m schwimmen, sozusagen kraulen auf engstem Raum. Raus aus dem Wasser, Wechsel auf's Rad und ab durch die Lande. Kleiner feiner Rundkurs über 32km. Ja, sind alles etwas krumme Zahlen, aber wenn juckt's. Keine große Marke dahinter, ganz entspannt und familiär, Trainingseinheit mit Wettkampfcharakter, oder umgekehrt.

Zurück zur Wiese, Laufschuhe an und dann die 7,5km in zwei Runden abreissen. Der ein oder andere Sprint, fertig ist die Kurzdistanz. Im Ziel noch handgelesene Elektronik, macht einfach Spass. Aber dann die großen Gespräche, wann und an welcher Stelle und warum diesmal nicht so gut oder gerade ideal. Jeder findet für sich den richtigen Grund, warum das Rennen heute so oder so ausgegangen ist. Siegerehrung mit Pokal, Urkunde und Geschenken. Dann geht's wieder heim.

Klein aber fein, hoffentlich noch ein paar Jahre.

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Petrus war nicht gut drauf

So schönes Wetter wir beim Ironman 70.3 in Wiesbaden hatten, so schlecht war es in Weilburg. Weit ist Weilburg von mir nicht entfernt, da hab ich gedacht, den nimmst Du noch mit, den Weilburgman. Nur olympische Distanz, das reicht. Morgens beim Aufstehen war schon klar, heute wird das nix mit Sonne. Die Sachen ins Auto und ab nach Weilburg, schön gelegen im Lahntal. Der check-in neben einem großen Parkplatz, geht schnell.

Gleich die erste Information, kein Neo, die Lahn hat 24°C. Das war vorstellbar, trotz Regen war die Luft kaum abgekühlt. Nach kurzer Wettkampfbesprechung ging‘s im Rolling-Start in die Lahn, einer der Flüsse, die fast keine Strömung haben. An den Bojen entlang 1500m mit einer Wende. Dann raus aus dem Wasser, Wechsel und rauf auf‘s Rad.

Mittlerweile hat es sich richtig eingeregnet. Die Strecke ist landschaftlich schön, der Asphalt ist gewöhnungsbedürftig. Zwei Runden sind zu fahren, eine ordentlich Steigung mitten drin, dann sind 50km absolviert. Du kommst durch Orten, die du noch nie gehört hast und wo das Ortseingangsschild und -ausgangsschild eins ist, naja, fast. Noch 5km bis zur Wechselzone. Ausgeschildert ist jetzt nichts mehr, hoffentlich bin ich hier richtig. Vor mir keiner, hinter mir keiner. es fühlt sich an, als hätte ich mich verfahren. Dann endlich, 200m vor der Wechselzone der entsprechende Hinweis. Bike abstellen, Laufschuhe an.

10km Laufen durch den Wald an der Lahn entlang, sehr schön. Ein Wendepunkt und dann Richtung Weilburg. Wir wurden vorgewarnt, vor den letzten 600m, die gehen knackig hoch. Der Empfang war gar nicht schlecht, für das Wetter. Kleine Verpflegung und endlich aus den nassen Klamotten raus. Zurück zum Auto, Sachen wieder einpacken, Heimreise. Kann ein schöner Triathlon sein, wenn‘s Wetter stimmt.

Bericht von Arne.


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Triathlon macht Freunde - Der Ironman 70.3 in Wiesbaden

Geschafft! Erfolgreich im Ziel
Geschafft! Erfolgreich im Ziel

Es war ein tolles Wochenende. Die letzte Wäsche von Sylt ist gelaufen, alles aufgeräumt, Kühlschrank aufgefüllt. HSV-ler sind im Anflug. Thomas hat den Virus auch in sich, der Ironman 70.3 in Wiesbaden steht auf dem Programm, und Petra ist mit dabei. Für kurz vor 11Uhr haben sich beide angekündigt und sind pünktlich wie die Maurer. Erstmal entspannt bei mir was trinken, dann geht‘s Richtung Kurhaus, Startunterlagen abholen. Ein wenig schlendern wir noch über die „Messe“, muss schon sein.

Nebenbei laufen die letzten Vorbereitungen für den großen Tag morgen, die letzten Absperrungen werden aufgebaut, der Zielteppich ausgelegt und festgenagelt.Ein wenig steigt die Anspannung, da hilft ein Stadtbummel. Das Wetter dafür ist perfekt, nicht zu warm und im Augenblick sind Sommerferien, dann ist es auch nicht so voll. Wir genießen selbst gemachte Limonade auf einem Balkon und sehen dem Treiben in der Fussgänger zu. Petra bleibt in der Stadt, während Thomas und ich uns zur Wettkampfbesprechung aufmachen. Die ist wie immer im Friedrich-Thiersch-Saal im Kurhaus, das ist mal ein Ambiente. Die 60 Minuten bringen nicht so viel Neuigkeiten. Schwimmen im Rauenheimer See, diesmal ein Rolling Start, dann auf‘s Rad durch den Taunus. 

Es geht mehr hoch als runter, aber wir sind die Strecke schon abgefahren. Zum Schluss das Laufen im Kurpark. Neue DTU-Regeln und sonstiges. Danach fahren wir nach Raunheim zum Bike-Check-In. Wie immer, gut organisiert. Helm dabei, Startnummer vorzeigen und zack ist das Bike an seinem Platz. Wir beide haben Glück, liegen nicht soweit auseinander. Dann nochmal einen Blick auf den See, wo ist der Start, wo kommen wir raus. Durch‘s Wechselzelt, den blauen Teppich ablaufen bis zur Mount-Line, alles fast schon Routine. Und über uns, alle zwei Minuten setzt ein Flieger zur Landung an, Frankfurt eben. Dann zurück nach Wiesbaden. Wir sammeln Pe vom shoppen ein und organisieren unsere eigene Pasta-Party. In der Altstadt ist fast jeder Platz besetzt, kein Wunder bei dem Wetter. Wird es morgen wieder so warm wie beim Ironman Frankfurt?

Am nächsten Tag reißt uns der Wecker zeitig aus den Träumen. Kurzer Blick auf's Wetter, es ist etwas kühler geworden, aber noch warm genug. Kleines Frühstück und dann mit dem Auto in die Stadt. Hier starten die Shuttle-Busse Richtung Raunheim. Petra muss etwas warten, erst dürfen nur die Athleten mit.

In Raunheim dann letzter Check, alles am Mann bzw. am Bike? Dann geht‘s Richtung Wassereinstieg, Petra ist mittlerweile da, letzte gute Wünsche, dann sind wir auf uns gestellt. Der Rolling-Start mag eine gute Idee sein, aber es dauert, bis man im Wasser ist, vielleicht ist es nur ungewohnt gegenüber dem Age-Grouper-Start, aber zum sortieren im Wasser nicht schlecht. Nach 1,4km ein kleiner Landgang, dann noch 500m, Wechselzone und ab auf‘s Bike. Auch bei meiner achten Teilnahme hier habe ich immer noch Respekt vor der Strecke. Erst ein flaches Stück, dann der Anstieg in Wicker. Danach werden Wiesbadens Vororte abgegrast, Wiesbaden kommt immer näher, aber damit auch der lange Anstieg der „Platte“. Kurz davor eine kleine Bergwertung, spar ich mir, ich bin kein Sprinter. 40km sind schon absolviert, dann liegt sie vor uns, die Platte. Schon so oft gefahren und doch immer wieder froh, wenn‘s geschafft ist. Jetzt die Runde um Idstein, dann die Platte wieder runter. Das ist für Thomas genau das Richtige, beim Training waren‘s noch 87km/h, jetzt sind schon 89km/h, mir reichen da 65km/h.

Schneller Wechsel in die Laufschuhe, dann geht‘s die vier Runden durch den Kurpark. Es läuft erstaunlich gut, aber ich bin auch nicht wirklich schnell. Dafür in Runde zwei Gespräch mit einem Athleten aus Dorsten, scheint ihm zu helfen und in Runde vier zieh ich noch einen Italiener mit, macht auch Laune. Thomas ist dieses Jahr einfach gut drauf, nach 5h43min40sec ist er im Ziel. Alle Achtung. Ich genieße etwas länger, 07h02min17sec stehen zum Schluss auf dem Display. Wir wollten es, wir konnten, wir haben es gemacht. Ironman macht Spass, mit so einem Freund wie Thomas noch mehr.

Zu Hause noch kurzes Ausruhen, dann machen sich Thomas und Pe wieder auf den Weg. Schade, schon wieder vorbei das Wochenende. In meinem Kopf hab ich schon die Olympische Distanz in Weilburg, in sieben Tagen. So ist das mit den Triathlon-Viren. Kannste nix machen.

Bericht und Bilder von Arne.


Insel geht - Insel muss

Sylt - einfach schön!
Sylt - einfach schön!

Trainingslager ist was Feines, das haben Lanzarote und Goch gezeigt. Vor dem Ironman 70.3 in Wiesbaden mach‘ ich mir noch mein eigenes Trainingslager. Dafür geht‘s auf „die Insel“. 10 Tage Sylt. Ja ja, ich weiß, zu der mondänen Gesellschaft, zur Schickimicki der Nordsee. Aber wer mal da, der weiß, dass das der kleinste Teil ist.

Also, wieder Sachen gepackt, in den ICE nach Düsseldorf und ab in den Flieger. Mal ohne eigenes Fahrrad. Eine Stunde Flug bei gutem Wetter, mit einer schönen Propeller-Maschine, schön, dass AirBerlin das auch hat. Dann nach Wenningstedt, Klamotten in die Wohnung und erstmal Fahrrad ausleihen. Schönes Fitness-Bike. Dann nach Westerland. Ich liebe Milchreis mit Zimt und Zucker und heute ist ja noch Trainingsfrei. In der Sonne sitzen und den Plan für die nächsten Tage ausarbeiten. 

In Erinnerung an Lanzarote geht‘s morgens um 7 Uhr zum Schwimmen, in der Nordsee. Das Wasser liegt ungewöhnlich ruhig und ist schön zum schwimmen. Die ein oder andere Qualle gesellt sich bei Ostwind dazu. Danach Frühstück, selbst gemacht auf der Terrasse. Da kommt Lanzarote wieder in den Kopf, nee, für Spiegelei hab ich keine Muße. Dann ein wenig am Schreibtisch sitzen, ein bisschen Schreibkram. Dann geht‘s auf‘s Rad. Von Wenningstedt nach List, mitten durch die Heide, mal keine Lavafelder. Von List dann zum berühmten Ellenbogen, das zieht sich und der Wind ist nicht gerade schwach. Kurze Pause am nördlichsten Punkt Deutschlands, den man mit dem Bike erreichen kann. Dann zurück bis Rantum, Kleinigkeit essen und nach Wenningstedt. 75km stehen zum Schluss auf dem Tacho. Der Wind hat nachgelassen und die Sonne scheint, also noch ein bisschen im Strandkorb liegen. Abends geht‘s dann zu Gosch. Hier ist immer die Hölle los. Aber das Essen ist lecker, Thainudeln mit Garnelen.

Dann kommen Tage mit Laufeinheiten. Die Landschaft ist dafür perfekt, der Wind etwas steif und zwischendurch meldet sich die ein oder andere Wolke, vorbei am Leuchtturm von Kampen. Aber auch die andere Richtung am Watt entlang Richtung Keitum und dann über Westerland zurück. Die Möglichkeiten sind fast unbegrenzt. In Keitum sind gerade die German Open im Polo und wer manch einer läßt in den Pausen seinem Lamborghini oder anderen Boliden freien Lauf, man gönnt sich ja sonst nix. Nachmittags belohne ich mich dann in der Kupferkanne mit Kaffee, dazu selbst gemachten Nusskuchen und den Blick auf‘s Watt. Abends kommt dann auf der Westseite Kitsch pur, gegen halb zehn versinkt die Sonne im Meer. Wer braucht dann schon Capri?

Bei der zweiten Radrunde geht‘s wieder bis List, dann ganz in den Süden nach Hörnum. Hier ist die Welt anders, keine Porsche, kein besonderer Schmuck. Auf dem Rückweg mache ich Halt in der Sansibar. Einmal Herbert Seckler besuchen muss schon sein, immer wieder nett und lecker, der Rest ist wie Kino. Mit dem Rad geht‘s dann zurück. Die Tage vergehen wie im Flug, hier lagen Training und Erholung eng nebeneinander. Die Dash-8 von AirBerlin bringt mich sicher nach Düsseldorf zurück, dann in den ICE und zack bin ich wieder zu Hause.

Ich freu mich schon auf morgen, dann kommen Thomas und Pe adS, der Ironman 70.3 ist nur noch 48 Stunden entfernt.

Bericht und Bilder von Arne.


Neue Helden im HSV - Wir waren dabei

am Kranzplatz in Wiesbaden
am Kranzplatz in Wiesbaden

Keine Frage, es ist ein gewisser Stolz, der aufkommt, wenn du der erste im Verein bist, der einen Ironman absolviert hat. Mal von der Tatsache abgesehen, überhaupt solch eine Leistung zu absolvieren. Aber machen wir uns nix vor, irgendwann rücken andere nach. Und darüber freu ich mich immer wieder. Und auch wenn das Starterfeld 2000 oder fast 3000 Teilnehmer zählt, es ist und bleibt eine Ausnahme.

Sechs Wochen sind seit Lanzarote vergangen und die nächsten Termine stehen schon. Aber jetzt sind erstmal andere dran. Frankfurt, seit 2002 wird hier der Ironman ausgetragen und schon lange hat er den Status einer der beliebtesten Ironman überhaupt zu sein. Auf der gesamten Distanz drängen sich die Zuschauer, um die Profis zu bestaunen, um mit ihren persönlichen Helden mitzufiebern, die Daumen zu drücken oder einfach, um sich von dem Spirit mitreissen zu lassen. Von uns gehen Kirsten de Baey und Christian Thünen an den Start. Da liegt es nahe, dass andere HSVler ins Rhein-Main-Gebiet kommen. Thomas und Tobias machen sich Samstag früh auf den Weg nach Wiesbaden. Seit einigen Tagen ist es amtlich, das Wochenende wird heiß, Temperaturen um die 40°C werden angekündigt.

Kirsten bei Ihrer ersten Runde
Kirsten bei Ihrer ersten Runde

Sechs Wochen sind seit Lanzarote vergangen und die nächsten Termine stehen schon. Aber jetzt sind erstmal andere dran. Frankfurt, seit 2002 wird hier der Ironman ausgetragen und schon lange hat er den Status einer der beliebtesten Ironman überhaupt zu sein. Auf der gesamten Distanz drängen sich die Zuschauer, um die Profis zu bestaunen, um mit ihren persönlichen Helden mitzufiebern, die Daumen zu drücken oder einfach, um sich von dem Spirit mitreissen zu lassen. Von uns gehen Kirsten de Baey und Christian Thünen an den Start. Da liegt es nahe, dass andere HSVler ins Rhein-Main-Gebiet kommen. Thomas und Tobias machen sich Samstag früh auf den Weg nach Wiesbaden. Seit einigen Tagen ist es amtlich, das Wochenende wird heiß, Temperaturen um die 40°C werden angekündigt.


Aber geplant, ist geplant, wir drei fahren erstmal die Radstrecke vom Ironman 70.3-Wiesbaden ab, denn das ist für Thomas und mich das nächste größere Rennen. Klamotten aus dem Auto, Räder startklar, einen kleinen Kaffee und los geht’s. Wir steigen bei Kilometer 25 ein, ist organisatorisch einfacher. Dafür geht’s gleich bergauf, 14% Steigung, dann schön durch den Wald, vorbei an der schönen griechischen Kapelle, die eigentlich russisch-orthodox ist, vorbei am Nordfriedhof und dann die Platte hoch. Wenn man weiß, was einen erwartet, hat das Vorteile. Die liegen diesmal auf meiner Seite, auf Lanzarote war das Thomas Strecke. Die Platte ist absolviert, kurze Entspannung nach Taunusstein runter und dann geht’s um Idstein rum. Alles in der Mittagssonne, und auch wenn ein bisschen Luft geht, die Sonne hat’s in sich. Und weil das so ist, hängen unsere Gedanken schon beim großen Tag in Frankfurt.

Die ein oder andere Steigung, dann wieder die Platte rauf und dann runter nach Wiesbaden. Thomas bringt hier 87km/h auf den Tacho. Wahnsinn! Wir fahren original bis zur Staatskanzlei und dann ab nach Hause. Mittlerweile ist das Thermometer so angestiegen, dass die Schwimmbäder überfüllt sind und wir auch nicht so recht Lust haben, sich irgendwo hinzubewegen. Abends gibt’s italienische Kohlenhydrate, kurze Besprechung zum morgigen Ablauf und dann ab in die Koje.

und Christian ist auch da
und Christian ist auch da

Am Sonntag gönnen wir uns Frühstücken auf dem Balkon, den Schwimmstart am Langener Waldsee lassen wir aus. Mit dem Auto geht’s zum Frankfurter Hauptbahnhof, dann mit dem Zug weiter nach Bald Vilbel, zum Heartbreak Hill. Noch ist kaum ein Zuschauer da, die Radstrecke ist noch völlig unberührt. Wir warten. Um 9:30 biegt das erste Motorrad um die Ecke und mit ihm der erste Radfahrer, Jan Frodeno. Das sieht ganz locker aus, wenn er den Hügel hochfährt. Erst 5 Minuten später dann Sebastian Kienle. Und unsere beiden? Dauert noch etwas. Langsam füllt es sich mit Zuschauer, der Spalier für die Radfahrer wird immer enger. Dann, um kurz vor elf kommt Kirsten. Sieht sehr gut aus, hat ein Lächeln auf dem Gesicht. Kurz dahinter dann Christian, auch er ist guter Dinge.

Das geht alles sehr schnell. Wir wollen nochmal auf die Profis warten, in der Zwischenzeit gönnen wir uns ein Würstchen vom Grill. Unsere mitgebrachten Wasserflaschen werden zügig leerer. Kaum sind Frodeno und Kienle vorbei, machen wir uns auf den Rückweg nach Frankfurt.


Von der Haltestelle Hauptwache sind es dann nur ein paar Schritte bis zum Römerberg, an diesem Tag der Berg schlechthin. Wir wechseln gleich auf die andere Mainseite, das Sachsenhäuser Ufer. Jan Frodeno ist schon auf der Laufstrecke, man hat der einen Schritt drauf. Und dann heißt es wieder warten, die Stimmung aufnehmen oder einfach genießen. Wir genießen alkoholfreies Hefe. Kurz vor halb drei kommt Kirsten das erste Mal vorbei, hochkonzentriert, eindeutig auf Zielkurs, keine Spur von Schwäche. Zehn Minuten später dann Christian. Sehen beide gut aus. Sie zeigen Konstanz, Runde um Runde. Nach 3,5 Runden machen wir uns auf den Weg Richtung Römerberg. Dort treffen wir Kirstens Eltern, später auch Thünens. Was eine Aufregung, aber das kann ich verstehen. Der Zielbereich füllt sich, alle sind am Jubeln und zollen den Respekt dieser Leistung für jeden. Egal, ob er nach 07h49min oder nach 15h im Ziel ist. Für mich ist es eine neue Erfahrung, mal auf der anderen Seite der Absperrung zu stehen. Mal zu spüren, wie sich die Angehörigen, Partner, Freunde und sonstigen Zuschauer fühlen. Du siehst in die Gesichter, siehst die Freude, die Sorgen, alles, was dir als Athlet gar nicht auffällt.

Nach 10h43min ist es dann soweit, Kirsten erreicht den roten Teppich. Und ich darf mitfühlen, was sich bei ihr tut. Ein tolles Gefühl. Und dann das Ergebnis, alle Achtung. Später stellt sich heraus, 3. Platz in der Altersklasse. Eine gute halbe Stunde später biegt Christian um die Ecke, 11h25min. Der Wahnsinn. Der Hamminkelner SV hat zwei neue Helden und wir waren dabei. Wir sind stolz.

Bericht und Bilder von Arne.


Lanzarote Fotogalerie ist Online 

Kurz vor dem Start!
Kurz vor dem Start!

Hallo an Leser und Interessierten!

 

Wie ihr gesehen habt, hat sich die Webseite etwas verändert :). Hierzu gibt es in Kürze weitere Informationen.

 

Bis dahin könnt ihr euch schon mal die Bilder von Lanzarote anschauen. Die Bilder gibt es unter dem Punkt Fotogalerie.

 

Viel Spaß dabei...

Arne, Thomas und Stephan


"Quod erat demonstrandum" oder "Die Fliege im Gesicht" (eine Nachbetrachtung von Thomas)

Tolle Sache, so ein Projekt, so eine Mission. Super intensives Erlebnis, nicht nur der Wettkampf selbst, sondern auch die ganze Vorbereitung, die ganzen Gedanken, Pläne, Gespräche und Erlebnisse. Prädikat besonders empfehlenswert!

Drei unterschiedliche Charaktere, ein Ziel. Nehmen wir mal an, es krabbelt einem eine Fliege durch's Gesicht. Stephan würde die Möglichkeiten abwägen, sich für den effizientesten Weg entscheiden und diese Fliege einfach erschlagen. Also übertragen jetzt. Kein Spielraum, kein Risiko. Ziel erreicht! 

Ich würde mit der Fliege anfangen zu diskutieren, sie versuchen zu überzeugen, dass es andere Möglichkeiten gibt, mit denen wir beide besser leben könnten. Wenn sie sich nicht darauf einließe, würde ich sie dann aber doch -recht energisch- vertreiben. Restrisiko: sie kommt zurück. 

Arne hingegen würde die Fliege einfach gewähren lassen, würde sie wohl Stunden lang auf seinem Gesicht hin- und herkrabbeln lassen. Er würde sie erdulden, ertragen und damit leben.

Übertragen auf unsere Herangehensweise auf den Ironman Lanzarote bedeutet das: Stephan hat sich effektiv und zielgerichtet vorbereitet. Er hat möglichst viele Parameter abgegriffen, um möglichst jedes Risiko auszuschließen. Ist dabei systhematisch und  klug vorgegangen. Hat sich der Unterstützung von Trainer, Plänen und modernsten Möglichkeiten und Gerätschaften bedient. Er hat das Ergebnis regelrecht "produziert". Er wußte sogar, wann er was essen mußte und wahrscheinlich auch wann wo pinkeln. Chapeau an ihn und seinen Trainer.

Bei mir war das alles recht planlos. Ich hab mir nur ein Buch gekauft (Going Long; Friel, Byrn) als groben Leitfaden. Den Rest habe ich nach Lust und Laune und nach Gefühl gemacht. Habe dabei meine Möglichkeiten versucht einzuschätzen und auf meine Fähigkeiten vertraut. Diese Vorgehensweise birgt einige Risiken und das Ergebnis ist in Anbetracht des Aufwandes nicht optimal. Aber es hat auch funktioniert.

Bei Arne ist es noch anders. Er macht immer ein sehr großes Pensum und hat sehr viel Erfahrung. Er kann sehr hohe Belastungen einfach ertragen und Zeiten und Geschwindigkeiten sind ihm völlig egal. Bemerkenswert, noch 4 Wochen vorher einen Marathon zu laufen. Er hat einfach nur Pech gehabt, daß er im Cutoff gelandet ist. Er hätte den Ironman Lanzarote auch 2 Mal abgespult. Hätte es einfach ausgehalten.

Letztendlich sind wir alle Hobbysportler und jeder muss auf seine ganz persönliche Art im Umgang mit unserer faszinierenden und abwechslungsreichen Sportart glücklich werden. Wir haben unendlich viele Möglichkeiten und das ist gut so!

Danke nochmal an Alle, die uns bei diesem Projekt unterstützt haben, die mitgefiebert und die gratuliert haben. Das bedeutet uns sehr viel. Und Danke an Alle, die diesen wundervollen Sport immer wieder durch ihr Zutun mit neuem abwechslungsreichen Leben füllen!!!

PS: Den Bericht "Über den richtigen Umgang mit Triathleten in freier Wildbahn unter dem Aspekt der einseitigen Rücksichtnahme" wird es nie geben, da einseitige Rücksichtnahme meines Erachtens nicht funktioniert!:)

Bis demnächst beim Training, Thomas


Wir waren dabei!

HART, HÄRTER, LANZAROTE: DER IRONMAN 2015

Keine Radzeit unter fünf Stunden. Nur knapp 1.500 von 1.800 angetretenen Triathleten im Ziel. Der Ironman Lanzarote 2015 wird den Mythos vom schwersten Ironman der Welt einmal mehr untermauern. Gegen so viel Wind wie seit Jahren nicht mehr, mussten sich die Teilnehmer diesmal stemmen (Quelle: tri2b.com - Redaktion am 24.05.2015 - 13:34 Uhr).

Startnummer
Startnummer

Es ist soweit, meine innere Uhr weckt mich pünktlich 2 Minuten bevor der Wecker klingelt. Im Gegensatz zu Frankfurt habe ich diese Nacht gut geschlafen. Gestern habe ich mit Sven noch kurz die Rennstrategie und die Ernährung durchgesprochen. Denk dran Stephan:"Keine Experimente, immer schön langsam die Berge rauf und runter locker laufen lassen. Gegen den Wind mit etwas Druck bei HF 125 - 130 fahren." An dieser Stelle möchte ich mich auch direkt bei Dir bedanken Sven, du bist der beste Trainer den ich mir wünschen kann. Die Pläne und die Chemie passen einfach. Nach dem gemeinsamen Frühstück gehen wir zusammen los und der Wahnsinn kann beginnen.

 

In der Wechselzone verläuft alles nach Plan und ich bin auch nur ganz leicht nervös. Wir stellen uns deutlich hinter dem 75 Minuten Schild auf, aber hinter uns ist die Schlange auch noch sehr sehr lang und ich befürchte schon das schlimmste.

Das Schwimmen

Da war noch alles schön
Da war noch alles schön

Meine schlimmsten Befürchtungen werden noch übertroffen und ich sehne mich schon kurz nach dem Start, an den Langener Waldsee zurück. Es geht schon mit dem irren Typ am Start los. Wie ein ferngesteuerter Roboter boxt er alle zur Seite und stürzt sich ins Wasser. Ich möchte ihm zurufen: Du Vollpfosten stell dich doch direkt weiter vorne auf!


Um es kurz zu machen, ich kann keine 50 Meter frei schwimmen, nicht mein Tempo schwimmen und so kommt es wie es kommen muss. Kurz vor dem ersten Landgang bekomme ich meinen ersten Krampf im Oberschenkel. Auf der zweiten Runde ereilt mich dieses Schicksal noch zwei mal. Mittlerweile bin ich so genervt das ich an der nächsten Wendeboje jemanden anschreie. Alle schwimmen langsam Brust um eine Boje, nur ein Idiot versucht weiter mit Kraul über die anderen drüber zu schwimmen. Als der, der direkt vor ihm schwimmt sich umdreht und ihn ganz höflich fragt, ob er "a crazy boy" sei hebt der angesprochene den Kopf und ich sehe in ein irres Augenpaar. Ich bekomme Angst und bin so froh das kurz nach der Boje das Schwimmen zu Ende ist. 

Meinen Wechselbeutel habe ich, anders als in Frankfurt, sofort gefunden. Auch das Umziehen funktioniert ohne Probleme.

Das Radfahren

Ausblick vom Mirador del Rio
Ausblick vom Mirador del Rio

Trotz des katastrophalen Schwimmen fühle ich mich ganz gut. Ich habe richtig Bock auf Rad fahren, auf die Landschaft und die Aussicht am Mirador del Rio. In der Wechselzone treffe ich Thomas und freue mich das er das Schwimmen überlebt hat. Kurz nach dem Start hat er mich eingeholt, nach einem kurzen Plausch macht er sich auf den Weg nach vorne. Ich sehe noch wie er im Mountainbike Stil die Berge in ganz kleinen Gängen hochkurbelt. Das ist schon ein beeindruckendes Bild. Die meisten fahren wie ich eine etwas größere Übersetzung. Nun geht es darum seinen Tritt zu finden, was bei den Sturmböen gar nicht so einfach ist. Leider gab es in Puerto del Carmen kein Powerbar Isodrink zu kaufen. So musste ich auf eine andere Marke ausweichen. Nach ca. 40 Kilometern bekam ich dann ganz leichte Magenkrämpfe. Ich habe sofort aufgehört das Zeug zu trinken und bis zur nächsten Verpflegungsstation gewartet. Dort habe ich alle Flaschen entsorgt und gegen neue ausgetauscht und von da an lief es eigentlich super. Oben auf dem Mirador de Haria habe ich mal kurz auf die Uhr geschaut und mich erschrocken wie wenig Zeit noch bis zum cut off war. Ich finde bei den schweren Bedingungen die an diesem Tag geherrscht haben, hätte die Zeit etwas verlängert werden können, zumal die meisten dann den kompletten Radsplit noch geschafft hätten. Man muss wissen das bis zum Mirador es fast nur Gegenwind gegeben hat, selbst die Berge rauf gab es nur heftige Sturmböen von vorne. Es tut mir für Arne so leid das er eigentlich das einfachste Stück nicht mehr fahren durfte. Als Thomas mir auf der Laufstrecke gesagt hat, dass Arne raus ist und im Ziel steht, war die Stimmung schon ganz schön getrübt.

 

Bei dem letzten Anstieg zum Mirador del Rio kommt plötzlich Thomas von hinten angefahren. Ich war doch mehr als überrascht und hatte erst an eine Panne oder Sturz gedacht. Aber als er mir sagte,     dass er oben an der Verpflegung erst mal gemütlich Pause gemacht hat, war ich beruhigt. Kurz darauf war er wieder mit seiner kleinen Übersetzung den Berg rauf.  Auf und davon. An der schwarzen Wand (kurz vor dem Gipfel) mussten dann doch einige absteigen und schieben. Wenn man dann allerdings oben ist wird man für die ganzen Bemühungen entschädigt. Was für ein Ausblick, wahnsinnig schön. Von da an gab es dann fast nur noch Rückenwind und man konnte wieder etwas Zeit gut machen und den Schnitt etwas nach oben treiben.

 

Bis nach Nazareth, denn dann beginnt ein Streckenabschnitt der eines Ironman nicht würdig ist. Das sich mein Mietrad nicht komplett zerlegt hat, sondern mir nur die Kette abgesprungen ist hat mich schon überrascht. Aber dann steht man da, 150 km in den Beinen und wird langsam nervös das man die Kette nicht wieder drauf bekommt. Ein Teilnehmer nach dem anderen fährt vorbei während man kurz davor ist, das Rad in die Ecke zu schmeißen. Jedes einzelne Gesicht habe ich mir gemerkt, und mir geschworen, die überholst du noch alle bevor das Laufen anfängt. Als die Kette dann nach einer gefühlten Ewigkeit wieder drauf ist, gebe ich die letzten 30 Kilometer noch mal richtig Gas. Ich bin überrascht das es selbst nach 150 Km noch so gut läuft. Ach ja, ich glaube ich habe tatsächlich alle wieder überholt die an mir vorbei gefahren sind. 

Das Laufen

Das Support Team stärkt sich beim Frühstück mit Sekt.
Das Support Team stärkt sich beim Frühstück mit Sekt.

Kurz vor der Wechselzone sehe ich die Mädels stehen und mir zuwinken. Ich grinse und winke zurück.  Danke für den tollen Empfang und die Unterstützung. Als ich mein Rad dann abgebe, habe ich tatsächlich unter 8 Stunden gebraucht und das bei diesen Bedingungen. Sven hatte mir gesagt das unter normalen Bedingungen eine Zeit zwischen 07:40 und 07:50 drin sind. Nun sind es 07:50 bei schweren Bedingungen geworden und ich bin zufrieden. 


Nun aber rein ins Wechselzelt, sich nochmal richtig mit Sonnencreme einreiben lassen, Schuhe an, Cap auf und los geht es. In der ersten Runde, ca. 21 km läuft es richtig gut, ich kann mein Tempo von 06:20 - 06:30 trotz Trinkpausen halten. Kurz vor dem ersten Wendepunkt kommt mir Thomas entgegen und ich weiß, wir werden es schaffen, und wenn wir ins Ziel gehen. In der zweiten Runde habe ich einen kleinen Hänger und ich muss ein Stück gehen, schnell ein Gel und 3 Powerbar Weingummis eingeworfen, und an der nächsten Verpflegungsstelle auf Cola und Wasser umgestellt. Danach geht es wieder besser und ich bin froh das ich kurz vor jedem Wendepunkt Thomas treffe und wir uns abklatschen können. Das gibt mir die restliche Kraft um ins Ziel zu kommen. Leider habe ich mein Ziel unter 5 Stunden zu bleiben nicht ganz geschafft, aber man muss ja noch Ziele für den nächsten Ironman haben.

Im Ziel

Ironman Lanzarote 2015
Ironman Lanzarote 2015

Kurz vor dem Ziel empfängt mich Heike und wir laufen gemeinsam ins Ziel. Ein unvergesslicher Moment. Ich bin mal wieder an meine Grenzen gegangen und manchmal auch etwas darüber, aber trotzdem war es wieder ein toller Tag, eben ein ganz besonderer Tag.

 

Aber nicht nur der Ironman war besonders, sondern die ganze Zeit die wir zusammen auf der Insel verbracht haben war super schön und besonders. Ich möchte mich von ganzem Herzen bei Meggy, Petra, Arne und Thomas für diese tolle Woche bedanken, es hat super Spass gemacht und ich würde jederzeit wieder mit euch, egal wohin, verreisen. Nur eins werde ich nie wieder machen, nochmal beim Ironman in Lanzarote starten. Das war und bleibt einzigartig.

 

Zum Schluss möchte ich mich noch bei der besten Supporterin, Unterstützerin, Partnerin und Ehefrau bedanken. Danke das du mir die Freiheit gibts, meinen Sport so zu betreiben und mir solche Events damit ermöglichst.


Ganz liebe Grüße von Stephan

Von uns

Schönen Dank auch an alle die an uns gedacht haben, die Mails und Nachrichten  geschrieben haben und sogar angerufen haben. Vielen Dank für eure Unterstützung. Unsere Fotogalerie folgt in Kürze und in ca. 14 Tagen gibt es eine kurze Nachbetrachtung und ein Ausblick in die Zukunft. Lasst euch überraschen, vielleicht ist die Reise noch nicht zu Ende.

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Ironman Lanzarote 2015 von Thomas

Als Erster komme ich aus dem Wasser - Zeitsprung - der Zweite Radfahrer liegt dicht hinter mir - Zeitsprung - mit großem Abstand erreiche ich den Zielbogen, doch kurz bevor ich das rettende Band greifen kann, versagen die Beine. Irgendwo zirpt eine Grille. Kurz darauf stimmt das Quaken eines Frosches ein. Das ist der Klingelton meines Weckers.

Gracia, Patricia und Steffi vor dem Schwimmstart
Gracia, Patricia und Steffi vor dem Schwimmstart

Es ist 4:30. Alles ist ruhig. Ich auch. Ein paar Stunden Schlaf waren drin. Pe wird auch wach. Wie ein Roboter stehe ich auf und mache mich zum Frühstück fertig. Im Frühstücksraum sind fast genau so viele Leute wie sonst. Nur sind das jetzt ausnahmslos Triathleten. Arne und Stephan trudeln auch ein. Ganz in Ruhe, wie nach einem Programm wird gefrühstückt. An einem der Nachbartische sitzt die kleine verbissene Triathletin mit dem Doppelnamen, die sich Tags zuvor aus meinem Windschatten herausschälte und mir nach einem spektakulären Überholmanöver das letzte Spiegelei wegschnappen wollte. "Gestatten: mein Name ist Gift-Zwerg! Den Zwerg habe ich von meinem Mann übernommen!"

 

Nach dem Frühstück gehen wir alle 6 zusammen zur Promenade. Auch die restlichen Vorbereitungen bis zum endgültigen Check In laufen wie nach einem festen Ablaufplan. Räder auf 8 Bar, die Oberrohrtaschen mit Gels vollstopfen (das soll ich alles essen?). Die Trinkflaschen in die Halterungen. In kindischer Vorfreude darauf, dass die alten Dinger gleich gegen ein paar nagelneue von Powerbar ausgetauscht werden. Habe ich das wirklich gerade gedacht? Noch mal kurz an die Wechselbeutel. Dann runter zum Strand. Die Drei Damen machen die letzten lebenden Beweisfotos. Sind selbst in einem unbestimmbaren Zustand. Kurz ins Wasser zum Einschwimmen. Es ist immer noch dunkel. Ein Treiben, eine Atmosphäre, eine gespenstische Ruhe, wie sie nur vor einem bevorstehenden Großereignis aufkommen können. Kurz vor einem Ausbruch, einem Kampf, einem Wettkampf! Ja DAS ist Triathlon! Bühne auf! Ironman Lanzarote 2015! Die Spiele mögen beginnen. Wer jetzt immer noch keine Gänsehaut hat, dem kann nicht mehr geholfen werden.

Das Support Team hat gute Laune.
Das Support Team hat gute Laune.

Wir verabschieden uns von den Frauen, wie für die nächsten 10 Jahre. Schreiten durch den Bogen. Ein Dauerpiepton erfasst unsere Chips. Wir stehen im Startkanal deutlich hinter dem 1:15 Schild. Umarmen uns ein letztes Mal. Auf Wiedersehen, meine Freunde! Macht's gut! Die Brillen runter, als wären es die Visiere einer Rüstung. Die Menge beginnt zu brodeln. Eine Drohne filmt das Starterfeld. Der Hubschrauber kreist am Himmel. Zerschneidet flatternd die gespannte Luft. Da ertönt endlich die Fanfare. Es geht los. Kein Zurück! Vorwärts! Attacke! Kein Wellenstart! Alle Mann zusammen. Es dauert nur ein paar Sekunden und wir sind im Wasser. Ich bin im Wasser. Allein! In die Horizontale. Erste Schwimmversuche. Getümmel. Schläge, Tritte! Da hält mich doch einer fest. Zwei nehmen mich in die Zange, gleichzeitig drängt einer von hinten. Wohin jetzt? Die Entscheidung wird mir abgenommen. Der Schwarm macht mit mir, was er will. Behutsam, ohne ruckartige Bewegungen, versuche ich mich zu behaupten, einen freien Kanal zu finden. Es gelingt mal besser und dann wieder schlechter. Ich finde mich irgendwann an der vertrauten Bojenkette wieder. Fast wie im Training. Nur das Wasser kocht vor lauter Luftblasen. Sogar die Fische haben sich verkrümelt. An der Kette weiter. Eigentlich gar nicht schlecht, bildet sie doch den kürzesten Weg. Einige schwimmen schon links davon. Die Kanufahrer lassen sie gewähren. Haben auch keine andere Chance. Da wird es wieder eng. Ohne irgendetwas dagegen tun zu können, werde ich gegen die Bojen gedrängt. Also kurz abtauchen unter der Kette durch auf die rettende andere Seite. Kurz muss ich das Seil greifen und ratsche mir sofort die Hände auf. Ein stechender Schmerz in beiden Händen, doch ein paar Züge später merke ich nichts mehr davon. Dann läuft es erst mal ganz gut. Die Wendeboje türmt sich vor mir auf. Unter Wasser vertäut, wie ein riesengroßer Ballon. Rückstau. Hier kann man sich in Disziplin üben, manche denken überhaupt nicht daran. Dann ca 150-200 Meter Richtung Strand. Die Querströmung erfasst das gesamte Feld und treibt es 20, 30 Meter von der Kette weg. Wir müssen diagonal schwimmen, um überhaupt die nächste Wendeboje zu erreichen. Rum und die Strömung kommt jetzt von vorne. Au Backe! Gut dass wir hier trainiert haben. Schlecht dass ausgerechnet heute die schwierigsten Bedingungen sind. Der Rückweg dauert eine Ewigkeit und wieso schwimmen eigentlich in diesem riesigen Meer immer mindestens zwei Andere genau da wo ich schwimmen will. Irgendwann ist die erste Runde vorbei. Landgang wie im Training. Publikum wie bei einer WM! Rasseln, Schreie, Musik, Lärm, Wettkampfsprecher, alles erreicht mich wie durch eine Dunstglocke. Wabernde verzerrte Frequenzen im halbtauben Tunnel. Mein Blick fällt auf die übergroße Digitalanzeige der Wettkampfuhr. Ist die jetzt wirklich gerade von 37 auf 38 umgesprungen? Yeahh, you are an Ironman! Voller Motivation mit stolzer Brust stürze ich mich im hinteren Teil des Feldes in die zweite Runde. Der Sieger steigt kurz nach mir aus dem Wasser. Er ist mit dem Schwimmen bereits fertig und wenn ich gleich wieder hier bin, ist der schon da, wo ich dann in 2 1/2 Stunden bin! Lassen wir das! Die zweite Schwimmrunde erweist sich als nochmal deutlich schwieriger. Der Wind und die Strömung haben nochmal zugenommen. Dazu kommt jetzt noch die Gischt. Und eng ist es komischerweise immer noch. Nach einer Ewigkeit ertasten meine Hände wieder den Sand. Endgültig fester Boden unter den Füßen! 



Der lange Weg über den Strand zum Wechselzelt. Brille hoch, Neo auf die Hüften und unter die Dusche. Soviel Salzwasser runter, wie möglich. Ich laufe weiter, schnappe mir den Wechselbeutel und renne ins Zelt. Dort suche ich mir ein freies Plätzchen und eine umständliche Prozedur, wie in der zu kleinen Umkleidekabine eines Warenhauses beginnt und dauert und dauert. Das meine beiden Hände bluten, macht die Sache nicht gerade schöner. Zum Glück hatte ich noch ein kleines Handtuch in den Wechselbeutel gestopft. Da Männer ja grundsätzlich immer nur tiefe, lebensgefährliche Fleischwunden haben, seltener harmlose Kratzer, denke ich für den Bruchteil einer Sekunde ernsthaft darüber nach, dass ich von den Schiedsrichtern aus dem Rennen genommen werde. Meine Verletzung bleibt aber unbemerkt, und so kann ich weitermachen. Ich lasse mich noch eben mit Sonnenmilch eincremen. Danach den ganzen Plunder wieder in den Beutel und raus aus dem Zelt, Beutel abgeben und ab zum Rad. Die Radschuhe dabei in der Hand, so wie es die Profis niemals machen würden. Aber ist doch genug Zeit! Kurz hinter der Startlinie setze ich mich auf den Bordstein, um die Schuhe anzuziehen. Als ob man in der Wechselzone Plätze verliert! Lächerlich! Da kommt Stephan mit seinem Rad vorbei. Er grüßt kurz und ich will schon mit einem Schuh loslaufen. Aber wir sind ja hier auf der Langstrecke und da hat man einfach viel mehr Zeit und Ruhe. Und Gelassenheit. Mit Puls 178 hole ich Stephan endlich auf der Promenade ein. Fahre neben ihn, als wenn nix wäre. Als ich wieder sprechen kann, schlage ich vor, mal ein Schüppchen draufzulegen. Er sagt etwas von langsam fahren und zu hohem Puls und so. Ich muss mich von ihm trennen. So komme ich ja nie an! Den seh ich ja wohl erst im Dunkeln wieder, wenn ich grad vom Duschen komm. 

Es geht auf die bekannte Strecke. Hui, ist das heute wieder windig. Aber egal! Wenn da einer mit umgehen kann, bin ich das ja wohl. Es geht bergauf, also die Straße jetzt. Gleichzeitig der Wind von vorne. Ich verliere Position um Position. Kenn ich so nicht. Sind denn hier die guten Radfahrer alle schlechte Schwimmer? So geht's nicht weiter. Jetzt muss ich auf mich achten und nicht auf die Anderen. Also, wo ist der Puls? 163. Ich muss möglichst bei ca 140 bleiben. Also langsam Schlag für Schlag abbauen. Gott wird das langsam. Jetzt ein längeres Stück bergab, vom El Torro an der Küstenstraße entlang bis zum ersten Kreisverkehr. Speed!!! Überholen! Einen nach dem anderen! Soo fährt man beim Ironman! Danach geht's wieder bergauf bis nach Yaiza, mit Gegenwind. Ich verliere Position um Position. Jetzt muss ich wohl langsam mal zur Vernunft kommen, sonst kann ich in Haria höchstens noch ein Stück Käsekuchen essen und dann mit dem Bus nach Hause fahren. Also wird der Puls auf 140 eingerastet. Ich drehe die Pulsuhr nach innen, sodass ich sie jetzt ständig im Blick habe. So spule ich jetzt einfach die altbekannte wunderschöne Strecke ab. Eine große Runde, 180 km über die gesamte Insel. Viel langsamer als sonst. Trotz des wahnsinnigen Windes versuche ich, die Strecke und die Landschaft zu genießen. An den Salinen vorbei, dann an der Lava-Steilküste entlang Richtung El Golfo. Wieder zurück nach Yaiza, dann durch die welligen Feuerberge. Dieser Abschnitt liegt mir eigentlich sehr gut, doch der Wind verhindert diesmal den Genuss. Es wird hart und ich muss mich konzentrieren. Warum merke ich denn jetzt schon die Oberschenkel? Und ist das da ein leichtes Stechen hinter den Kniescheiben? Auf den superschnellen Abfahrtspassagen kommt auch keine richtige Freude auf, weil ich mich oftmals wegen der Böen nicht aus dem Unterlenker in die Liegeposition traue. Na ja wenigstens habe ich mit dem RR das richtige Rad dabei. Und noch was: Dauernd muss ich pinkeln! Öfter als einmal pro Stunde. Besser so als zu wenig Flüssigkeit. Jedesmal verliere ich dabei ca 2 Minuten. Aber die Zeit ist ja egal. Wüsste nur zu gerne, wie die Profis das machen...? Weiter geht die Fahrt. Immer wieder kommt man an technischen Defekten vorbei. Schläuche, Ketten, Schaltaugen, gerissene Züge. Alles dabei. Sogar einen Teilnehmer ohne Schaltwerk konnte ich erkennen. Klasse: mit dem Singlespeed über die Ironman-Strecke. Es geht an La Santa vorbei, diesmal ohne Pause, an Famara, diesmal ohne neues Surfer-Shirt. An Teguise, diesmal ohne Altstadtbesuch.

Jetzt wird's richtig ernst. Bald bin ich 7 Std unterwegs, 1 Stunde länger, als bei meinem bisher längsten Triathlon überhaupt. Und dann die gleiche Zeit nochmal. Besser nicht drüber nachdenken. Stattdessen denke ich lieber an die vielen Guten Wünsche von euch für den Wettkampf. An diejenigen, die jetzt mitfiebern, die uns die Daumen drücken. Das tut gut und ein mentales Tief wird überwunden. Gleich bin ich oben auf dem ersten Mirrador. Haria. Dort warten die persönlichen Verpflegungsbeutel auf uns. Den habe ich gestern noch sorgsam zusammengestellt mit einem Schokobrötchen, Erdnusskeksen, einem Snickers extra lang, einer Dose Fanta-Lemon und zwei gekochten Kartoffeln. Ich stelle mir gerade Faris vor, wie er am Straßenrand sitzt und Kartoffeln und Snickers isst und dazu eine Fanta Lemon trinkt. Ein Erdnussplätzchen zum Nachtisch und Faris schwingt sich unter tosendem Applaus der Menge wieder auf sein Zeitrad und entschwindet mit den gerne zitierten Worten auf die Frage wie er denn die Insel findet: "Ich bin nicht hier, um mir die Landschaft anzugucken, sondern um zu siegen!" Einfach lächerlich. Ein Triathlon mit Pause. Ein Rennen ist ein Rennen! Es geht um Sieg, Ehre und Ruhm!! Da wird nicht angehalten! Exakt 4 Minuten später sitze ich am Straßenrand und beiße gierig in eine Kartoffel! Pe ist die beste Köchin der Welt. Danke lieber Gott. Und außerdem, so eine kurze Pause.. weiss doch keiner, merkt doch keiner und Plätze verliert man bestimmt auch nicht. Ich stürze mich nach dieser kleinen -Rennunterbrechung- die Serpentinen nach Haria herunter. Wieder über 70 km/h. Kurz darauf treffe ich Stephan! Stephan? Wo kommt der denn jetzt schon wieder her? Das fragt der mich auch. Ich überlege kurz und denke, dass ich am besten bei der Wahrheit bleibe. Außerdem freue ich mich auch wirklich, ihn zu sehen. Aber wieso ist der Bursche heute so schnell? Oder ich so langsam?! Wir plaudern kurz und ich muss mich wieder absetzen um den Rhythmus zu finden. Gestärkt von der Pause fahre ich jetzt wieder besser. Das kenne ich wohl von den zahlreichen RTF und CTF. Es geht bergauf. Mirrador de Rio. Da hat man's dann fast geschafft, das Radeln, jedenfalls psychologisch. Die folgende Abfahrt ist wieder mit Spitzen von über 70 Sachen fahrbar. Da kommt endlich wieder Freude auf und... was ist das?... die wird doch wohl nicht... rummms knallt mir die Möwe vor den Helm. Ich kann noch minimal den Kopf einziehen und erwische nur den Bauch und die Füße des Tieres. (Wer's nicht glaubt, dem zeige ich die weiße Feder, die ich Tags drauf aus dem Helm gezogen habe!). Wisst ihr wie groß so eine verdammte Möwe ist? Und ich dachte, so doof sind nur Tauben. Für einen richtigen Schreck bleibt keine Zeit, denn bis Arrieta kommen noch ein paar trickreiche Kurven. Danach wieder ein langes Mentalstück bis nach Tahiche. Wenigstens Rückenwind, aber ich werde langsam müde. Muss ich gleich wirklich noch einen Marathon laufen? Um nicht darüber nachdenken zu müssen, formuliere ich schon mal im Geiste diesen Bericht. In 1000 Varianten. Alle anders als die jetzige. Die Zeit und die km vergehen. Noch mal ein zähes Stück Richtung Nazareth und die berüchtigte Nazarethpassage selbst. Danach geht's dann endgültig nach Hause, zurück nach Puerto Del Carmen. Bergab. Schnell. Sehr schnell. Und noch mal volle Konzentration im Lavafeld Richtung "El Torro". Hier gibt es viele Kurven zwischen den Steinmauern. Und der Moderator bei der Wettkampfbesprechung hat gesagt, dass die Wunden erst innen und dann von außen genäht werden. Also bleibt man mal besser bei 90% seines vermeintlichen Könnens. 



Endlich auf die Promenade. Hier ist was los!! Das Prozedere Wechsel Bike - Run läuft normal ab. So viel Trubel. Kann die Frauen nicht erkennen, obwohl sie sich extra diese gelben Shirts angezogen haben. Also wieder raus zum Laufen. Mit diesen Beinen da unter mir soll ich jetzt noch einen Marathon laufen? Geht nicht! Doch! Nein! Versuchen! Ok! Ein halber geht immer irgendwie. Aber ein ganzer?! Also wie die kleine Raupe vor dem viel zu großen Blatt einfach mal anfangen und km für km fressen. Bis man irgendwann auf der anderen Seite angekommen ist. Die Aufteilung der Strecke ist gut, da zunächst eine 10 er und dann zwei mal eine 5er Wendepunktstrecke überwunden werden muss. Auf der Promenade gibt es viel zu sehen. Dann der Flughafen. Startende und landende Flieger lenken ab. Noch weiter, viel weiter, endlos. Dann endlich der Wendepunkt. 10,5 km- erst! Zurück! Ich schaue auf die Uhr. Will wissen, wie weit Arne und Stephan hinter mir sind. Nach 5 Minuten kommt mir Stephan entgegen und wir klatschen ab. Macht 10 min Unterschied. Warum ist der Bursche nur so schnell? Oder ich so langsam?! Egal! Es geht weiter. Der Puls -noch- konstant bei 140. Aber über 7 min auf 1 km! Wahnsinn! Ich wundere mich, warum ich nicht umkippe, bei dem Tempo. Zurück auf der Promenade rechne ich noch nicht wirklich mit Arne. Aber da ist er! Er steht. Am Rand. Bei den Frauen mit ihren gelben Shirts. Er hat eine Shorts und einen Pullover an. Frisch geduscht. Ein unwirkliches Bild. Er gehört auf die andere Seite der Absperrung. Zu uns, zu den Läufern. Arne ist raus und ich bin froh, eine Sonnenbrille zu tragen. Am liebsten würde ich anhalten, aber das würde nicht funktionieren, also laufe ich weiter, laufe, laufe für Arne. Der Halbmarathon ist geschafft und es wird hart! Keine 12:59, keine 13:59! Die Beine schmerzen. Kurzes Gehen an den Verpflegungsstellen. Es geht kein Gel mehr rein, aber der Körper schreit nach Energie! Also noch mal Powerbar Grüner Apfel! Ätzend, aber es hilft. Cola, immer wieder Cola! Warum verdünnen die nur diese Cola? Ich will pure Cola. Hinter den Wenden immer wieder Stephan. Er kämpft genauso. Jedes Mal ein paar kurze Worte! Abklatschen. Weiter. Mein Laufstil ist eigentlich noch ganz ok und ich laufe! Die meisten gehen jetzt. Gehen bekommt mir nicht so gut. Also eigentlich schon, aber dann wieder anfangen zu laufen schmerzt. Ich treffe auf Manfred. Er hat "die Schnauze voll" und will nur noch ins Ziel. Er ist jetzt durch! Ich muss nochmal rum. Geht doch gar nicht! Aber jetzt noch aufgeben? Zeit ist eh egal. Zur Not kann man ja immer noch gehen. Aber ich will laufen bis ins Ziel! Ich treffe auf Kerstin. Jetzt bin ich gleich fertig und sie muss noch ne Runde. Sie hat "die Schnauze voll". Einheitlicher Deutscher Sprachgebrauch auf Kanarischem Eiland. Der Suppenstand bringt's nochmal kurz. Ich will rein! Die Laternen gehen an. Das war's dann wohl auch mit dem Daylight Finish. Aber ich laufe! Laufe ein letztes Mal die Promenade runter Richtung Ziel. Stephan ist mit ca gleichem Abstand hinter mir geblieben. Die Zuschauer applaudieren immer noch! Müssen die nicht langsam ins Bett? Immer weniger Läufer sind unterwegs. Fast alle gehen jetzt. Aber ich laufe!!!

Laufe jetzt auf unsere Ladies zu. Da stehen sie. Sind aus dem Häuschen. Freuen sich. Jubeln. Arne jubelt mit. Ich kann mich nicht mehr freuen. Keine Gefühle mehr. Ich bin leer. Pe kommt auf die Strecke und läuft mit ins Ziel. Sie freut sich. Fällt mir um den Hals. Foto. Medaille. Shake Hands vom Boss. Ganz hinten, hinter den Wolken, da wo noch ein kleines bisschen Licht hinfällt realisiere ich, dass ich es geschafft habe.

 
I am an Ironman. Ironman Lanzarote!


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